Treibhausgas-Emissionen in Österreich um 3,2 Prozent gestiegen

17. Jänner 2017, 11:52
97 Postings

Gründe sind gestiegener Dieselabsatz und höherer Heizbedarf – Europäische Zielvorgaben trotzdem erreicht

Wien – Die Treibhausgas-Emissionen sind in Österreich nach Jahren wieder gestiegen. Für 2015 verzeichnete das Umweltbundesamt 78,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent, um 3,2 Prozent mehr als 2014. Die von der EU festgelegte Obergrenze wurde aber nicht überschritten. Für 2016 rechnen die Experten nicht mit einer Trendumkehr.

"Positiv ist, dass die Emissionen seit 2013 unter den nationalen und EU-rechtlich festgelegten Obergrenzen liegen. Dennoch bereitet mir der Anstieg der Emissionen Sorgen", sagte Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) am Dienstag. "Um die Klimaziele von Paris bis 2030 und einen langfristigen Ausstieg aus fossilen Energien zu erreichen, brauchen wir zusätzliche Anstrengungen." Österreich werde aber seinen Beitrag leisten, derzeit werde daher eine integrierte Energie- und Klimastrategie erarbeitet.

Verschiebung der Stromproduktion

Verantwortlich für den Anstieg waren mehrere diese. Bei der Energieaufbringung ergab sich witterungsbedingt eine Verschiebung der inländischen Stromproduktion von Wasserkraft zu kalorischen Kraftwerken. Im Verkehr stieg vor allem aufgrund des billigen Öls der Absatz von fossilen Treibstoffen wie Diesel. Im Gebäudebereich sowie im Sektor Industrie und Energie kam es im Vergleich zur sehr warmen Wintersaison 2014 witterungsbedingt zu einem höheren Heizbedarf und dadurch zu einem Mehrverbrauch von Erdgas und Heizöl.

Bei den europäischen Vorgaben hat Österreich das Ziel aber erreicht. Für die Jahre 2013 bis 2020 gelten Höchstmengen für die Freisetzung von Treibhausgasen aus Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und allen weiteren Quellen, die nicht im Emissionshandel geregelt sind. Hier wurde der vorgegebene Zielwert für 2015 von 51,5 Millionen Tonnen um rund 2,2 Millionen unterschritten.

Energiewende vorantreiben

Da auch im Jahr 2016 der Ölpreis niedrig war, ging das Umweltbundesamt von einer ähnlichen Bilanz aus. Da gleichzeitig die Zielwerte immer strenger werden, könnte hier die vorgeschriebene Menge an Treibhausgasen überschritten werden. "Es könnte knapp werden", sagte Jürgen Schneider, Klimaexperte im Umweltbundesamt. Entsprechend ist auch sein Appell: "Die aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes sind ein deutliches Signal dafür, die Energiewende konsequent voranzutreiben. Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und neue Technologien sind dabei die Erfolgsfaktoren. Die Zahlen zeigen auch, dass Wirtschaftswachstum und Treibhausgas-Emissionen entkoppelt werden können. Wir müssen den Weg der Dekarbonisierung fortsetzen. Um die mittel- und langfristigen, verbindlichen Ziele zu erreichen, bedarf es weiterer struktureller Maßnahmen, vor allem in den Bereichen Mobilität und Gebäude", unterstrich Schneider. (APA, 17.1.2017)

  • Emissionen 2005 bis 2015 mit und ohne Emissionshandel.
    grafik: apa

    Emissionen 2005 bis 2015 mit und ohne Emissionshandel.

Share if you care.