Fast 180 Vermisste nach Untergang von Flüchtlingsboot

17. Jänner 2017, 11:45
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Nach neuen Angaben der UNO. Nur vier Menschen dürften das Unglück überlebt haben. Container für frierende Flüchtlinge in Griechenland eingetroffen

Rom – Nach dem Untergang eines Flüchtlingsboots am Wochenende im Mittelmeer werden nach neuen Angaben der UNO fast 180 Menschen vermisst. Wie das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR und die Internationale Organisation für Migration (OMI) am Dienstag mitteilten, haben die vier Überlebenden, die nach dem Unglück vor der libyschen Küste am Samstag gerettet werden konnten, diese Zahl genannt. Die italienische Küstenwache hatte unter Berufung auf die Überlebenden zunächst von 107 Menschen an Bord gesprochen.

Schutz vor Winterwetter

Nach harter Kritik haben die griechischen Behörden indes Dutzende Containerwohnungen für Flüchtlinge zur Insel Lesbos gebracht. Darin sollen die Menschen untergebracht werden, die bisher – vor Kälte und Regen weitgehend ungeschützt – in Zelten im Registrierlager von Moria ausharrten, wie griechische Medien am Dienstag berichteten.

Die 62 Containerwohnungen seien an Bord eines Flugzeugs der Luftwaffe nach Lesbos gebracht worden. Die neuen Unterkünfte sollen bis Ende Jänner fertiggestellt sein und an Strom und Wasser angeschlossen werden.

Vergangene Woche hatten Menschen nach einem Wintersturm im Südosten Europas Schlimmes erlebt: Zahlreiche Zelte waren unter der Last des Schnees zusammengebrochen. Schneematsch machte mehrere Tage den Wartenden im sogenannten Hotspot von Moria und anderen Lagern das Leben schwer. Humanitäre Organisationen hatten die Regierung in Athen scharf kritisiert. Rund 300 Personen, in der Mehrheit Familien, sind inzwischen in Hotelzimmern untergebracht. Rund 300 weitere fanden an Bord eines Truppentransporters der griechischen Kriegsmarine Schutz vor dem Winterwetter. (APA, red, 17.1.2017)

  • Den Überlebenden zufolge befanden sich rund 180 Menschen an Bord (Symbolfoto).
    foto: apa/afp/andreas solaro

    Den Überlebenden zufolge befanden sich rund 180 Menschen an Bord (Symbolfoto).

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