Wie Googles künstliche Intelligenz das Datenvolumen schont

    17. Jänner 2017, 09:46
    2 Postings

    "RAISR"-Technologie soll Bilder mit geringerem Qualitätsverlust vergrößern – Bandbreitenersparnis bei bis zu 75 Prozent pro Bild

    IT-Riese Google experimentiert an mehreren Fronten mit künstlicher Intelligenz (KI) und Maschinenlernen. Und in einigen Anwendungsfällen bringt ihr Einsatz dem Nutzer bereits Vorteile. So verbessert sie etwa Ergebnisse bei Übersetzungen mit Google Translate oder erkennt Fotoinhalte zur Aufwertung der Suchfunktion auf Google Photos.

    Im Einsatz auf Google+

    Künftig soll die Technologie auch dabei behilflich sein, das Datenaufkommen bei Bildern zu verringern. Dazu findet eine Technologie namens "RAISR" nun erstmals praktischen Einsatz, schreibt man am Google-Blog.

    Vorgestellt wurde RAISR im vergangenen November. Ihre Aufgabe ist es, Bilder in niedriger Auflösung zu vergrößern und dabei sichtbaren Qualitätsverlust zu minimieren. Offenbar hält Google seine Erfindung nun für ausreichend ausgereift, um sie im Alltag zu erproben. Sie kommt seit kurzem auf einer Auswahl von Android-Geräten auf dem sozialen Netzwerk Google+ zum Einsatz.

    foto: google

    KI vergrößert kleine Bilder

    Wenn die Google+-App eines Nutzers mit entsprechendem Gerät ein großes Bild anfordert, wird stattdessen eine Version ausgeliefert, die lediglich über ein Viertel von dessen Auflösung verfügt. Die künstliche Intelligenz ist dann dafür zuständig, die Grafik am Endgerät "aufzublasen".

    Sie nutzt dazu eine Kombination aus klassischem Upsampling und der RAISR-Technologie. Bei ersterer Methode kommt ein Algorithmus zum Einsatz, der nach fixen Kriterien zusätzliche Pixel in das Bild einfügt. Hier klinkt sich die KI allerdings ein, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Sie achtet insbesondere auf Bereiche, in denen sie die Ränder eines Objektes erkennt, damit dieses in der vergrößerten Ausgabe des Bildes weniger verschwommen aussehen.

    Deutliche Reduktion von Traffic

    Für jede einzelne Grafik besteht durch diese Methode das Potenzial einer Bandbreitenersparnis von bis zu 75 Prozent. Pro Nutzer mit unterstütztem Android-Gerät soll das durch Google+ anfallende Datenvolumen um rund ein Drittel verringert werden. Laut Google kommt die Technologie mittlerweile bei über einer Milliarde Grafiken pro Woche zum Einsatz. Demnächst soll sie für noch mehr Nutzer zur Verfügung stehen.

    Laut The Verge ist Google nicht das einzige Techunternehmen, das mittels künstlicher Intelligenz den Datendurchsatz seiner Anwendungen verringert. Twitter hat etwa im vergangenen Sommer das Start-up Magic Pony zugekauft, das ähnliche Technologie einsetzt, um Videos in niedriger Auflösung zu vergrößern. (gpi, 17.01.2017)

    Share if you care.