Oxfam-Studie: Überzeichnet

Einserkastl16. Jänner 2017, 17:43
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Studien über "Verteilungsgerechtigkeit" ohne Kontext sind fragwürdig

Jedes Jahr präsentiert die Entwicklungshilfe-NGO Oxfam (Oxford Committee for Famine Relief – Oxford-Komitee für Hungerhilfe) eine schockierende Studie: Ein paar absurd reiche Personen hätten so viel Vermögen wie die gesamten unteren 50 Prozent der Weltbevölkerung.

Das wird jedes Jahr von vielen Nachrichtenmedien brav abgedruckt. Diesmal sind es sogar nur acht Milliardäre, die mehr wert sind als die unteren Milliarden.

Das Problem dabei ist die Berechnungsmethode von Oxfam. Demnach entspricht "Vermögen" der Summe der Ersparnisse nach Abzug aller Schulden. Damit fällt, wie die Süddeutsche schreibt, ein US-Student aus der Mittelschicht mit guten Jobaussichten, der sich aber für sein Studium stark verschulden muss, unter die Armen dieser Welt.

Studien über "Verteilungsgerechtigkeit" ohne Kontext sind fragwürdig. Die Österreicher sind ein Volk der (Sozial-)Mieter, entsprechend schlägt das wenige Wohnungseigentum als Vermögensungleichheit zu Buche. Spanier und Griechen sind "reicher" als Deutsche, weil sie fast nur im Eigentum wohnen.

Im Übrigen haben nicht die Superreichen wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg die Armen dieser Welt am Aufstieg gehindert, sondern die zahllosen korrupten und unfähigen Regime. Man muss die reale Vermögenskonzentration nicht ins Abstruse überzeichnen. (Hans Rauscher, 16.1.2017)

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