Millennials bevorzugen stationären Handel

16. Jänner 2017, 16:16
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70 Prozent der "Digital Natives" kauft in Geschäften – Wollen Produkte sehen und anprobieren – Besuch eines Einkaufszentrums ist beliebte Freizeitaktivität

Wien – Sogenannte "Millennials", also die zwischen 1980 und 2000 geborene und gerne als "Digital Natives" bezeichnete Kundengruppe, bevorzugen zum Einkaufen den stationären Handel. Sie wollen die Produkte vor dem Kauf sehen und auch ausprobieren, geht aus einer internationalen "Millennials-Studie" des Immobiliendienstleisters CBRE hervor.

70 Prozent dieser "Digital Natives" kauft demnach gerne direkt im Geschäft ein. 43 Prozent wollen die Produkte anprobieren und 29 Prozent sehen Einkaufen als angenehme Freizeitaktivität an. Zudem seien die Produkte sowieso da und dort verfügbar. Für zwei Drittel der Frauen sei Shopping an freien Tagen "was Schönes", so Wölfler.

Nur 16 Prozent würden die Produkte zuerst online bestellen und dann im Geschäft abholen. Die Online-Shops werden vor allem dazu benutzt, um sich über Produkte zu informieren. Wenn online bestellt wird, dann wird in 65 Prozent der Fälle die Lieferung nach Hause vereinbart. 17 Prozent lassen an Packstationen liefern, 13 Prozent holen im Geschäft ab und 11 Prozent lassen ins Büro liefern.

Hohe Kaufkraft aus dem Hotel Mama

Die Kundengruppe der "Millennials" werde in wenigen Jahren in ihrer "High-Shopping-Phase" sein, besitze eine hohe Kaufkraft und wohne noch zu 50 Prozent im "Hotel Mama", sagte Handelsexperte Walter Wölfler von CBRE Österreich bei einem Pressegespräch am Montag in Wien.

80 Prozent dieser digital versierten Gruppe besitzen ein Smartphone, 45 Prozent ein Tablet. Sie ist sehr "Entertainment-abhängig", 50 Prozent ihres verfügbaren Einkommens werden für Unterhaltung ausgegeben. An erster Stelle steht dabei mit rund sechs Mal im Monat auswärts Essen gehen, danach kommt schon der Besuch eines Einkaufszentrums. Drei Tage im Monat verbringen sie laut Studie in einem Shoppingcenter, hauptsächlich zur Unterhaltung. Zwei Mal im Monat wird ins Kino gegangen und fast genau so oft ein Live-Event besucht.

Millennials würden sich im Geschäftsverkehr auch weniger für persönlichen Kontakt interessieren, so Wölfler. In den asiatischen Räumen sei die "click & collect"-Mentalität – online bestellen und offline abholen – generell weiter verbreitet.

Weniger Shops

Als Konsequenz aus diesen Ergebnissen leitet Wölfler ab, dass stationäre Geschäfte weiter wichtig bleiben, alleine, um die Produkte auch präsentieren zu können. Die Investitionszyklen werden aber kürzer – statt bisher in zehn werden jetzt Geschäftslokale innerhalb von sieben Jahren erneuert. Expandiert werde in zahlenmäßig weniger Shops, die seien dafür aber besser ausgestaltet. Starke Lagen werden positiv gesehen, Nebenlagen würden verlieren.

Umsätze von Marken mit nur einem Absatzkanal haben sich laut Wölfler deutlich schlechter entwickelt als wenn alle Kanäle – "Omnichannel"-Strategie – bedient werden. Derzeit zeichne sich ab, dass sehr viele Onlinehändler auch stationäre Geschäfte aufmachen. (APA, 16.1.2017)

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