Forscher entwickeln Akku mit integriertem "Feuerlöscher"

17. Jänner 2017, 17:22
13 Postings

In Elektroden-Trennwand eingebettete Chemikalie soll feurige Reaktionen abwürgen

Von durchgebrannten iPhones über brennende Hoverboards bis hin zu Samsungs Milliarden teuren Desaster mit dem Galaxy Note 7: Lithium-Ionen-Akkus sind sowohl unverzichtbar für moderne Mobilgeräte, gleichzeitig aber auch ein großer Risikofaktor.

Forscher der Stanford University wollen nun für mehr Sicherheit sorgen. Sie haben einen Akku entwickelt, der sich im Falle eines gefährlichen Defekts selber löschen soll, schreibt Engadget.

Löschmittel wird bei großer Hitze freigesetzt

Die von ihnen gebaute Lithium-Ionen-Batterie setzt dabei auf eine Substanz namens Triphenylphosphat. Mit dieser wurden jene Kunststofffasern angereichert, welche die negative und die positive Elektrode des Akkus voneinander trennt. Wird diese Barrikade einer Temperatur von 150 Grad Celsius ausgesetzt – was praktisch einen beginnenden Brand voraussetzt – so schmilzt sie und setzt den Stoff frei.

Sie soll in der Lage sein, die gefährliche Reaktion, die für die Entflammung ursächlich ist, binnen 0,4 Sekunden zu stoppen. Den Akku könnte das Löschmittel zwar nicht vor seiner Zerstörung bewahren, wohl aber könnte es teure und gefährliche Unfälle verhindern.

Keine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit

Während frühere Versuche, einen solchen "Feuerlöscher" in Akkus zu integrieren stets mit einer Reduktion von dessen Leistungsfähigkeit einhergehen, soll die chemisch erweiterte Elektroden-Trennwand keinen derartigen Negativeffekt aufweisen.

Bis man diese Technologie in marktreifen Produkten finden wird, dürfte jedoch noch etwas Zeit vergehen. In künftigen Experimenten planen die Forscher, den Löschmechanismus weiter zu entwickeln, um eine ungeplante Freisetzung des Triphenylphosphats durch Überladen oder eine Tiefentladung ausschließen zu können. Ihre aktuellen Erkenntnisse haben sie im Journal Science Advances veröffentlicht. (gpi, 17.01.2017)

  • Die Technologie aus Stanford könnte künftig gefährliche Unfälle durch überhitzende Akkus verhindern.
    foto: reuters

    Die Technologie aus Stanford könnte künftig gefährliche Unfälle durch überhitzende Akkus verhindern.

Share if you care.