Jürgen Melzer scheidet gegen Federer aus

    16. Jänner 2017, 14:55
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    Der Niederösterreicher zeigt gegen den Superstar eine gute Leistung, muss sich aber nach vier Sätzen geschlagen geben

    Melbourne – Im letzten Herren-Match des Auftakttags der Australian Open hatte Jürgen Melzer seine große Bühne. Beim Comeback von Roger Federer auf der Tour gab der Niederösterreicher am Montag in der Rod-Laver-Arena von Melbourne viel mehr als nur einen Sparringpartner für den Schweizer ab, unterlag dem Rekord-Grand-Slam-Sieger aber nach 2:05 Stunden doch 5:7, 6:3, 2:6, 2:6.

    Melzer bewies im Duell der beiden 35-Jährigen, dass er noch nicht zum alten Eisen gehört. Von Beginn an ging er das Tempo seines Gegners mit, wegen dem das Match in der Nightsession angesetzt worden war. Außerdem gelang ihm zum 4:2 das erste Break. "Das hätte ich dann besser spielen können", meinte Melzer danach. Federer schaffte das sofortige Rebreak, ab 5:5 spielte er vorerst eine Klasse stärker.

    Kunststück

    Nach einem frühen Break in Durchgang zwei war zu erwarten, dass Federer nicht mehr aufzuhalten war, Melzer aber fand vorerst die Notbremse. Nach 1:3-Rückstand schaffte der Außenseiter das Kunststück, Federer in diesem Satz kein Game mehr zu überlassen. Der Satzausgleich war geschafft. "Ich habe einen sehr, sehr guten zweiten (Satz, Anm.) gespielt. Aber was er heute serviert hat, war von einem anderen Stern."

    Melzer bezog sich primär darauf, was folgte. Denn auch wenn er weiter versuchte, Paroli zu bieten, und mit schönen Punkten aufwartete, kippte die Partie letztlich zu seinen Ungunsten. "Er war schon Minimum eine Klasse besser. Ich habe ein gutes Match gespielt, aber ich kann es im Moment nicht besser. Er kann halt dann immer noch zulegen. Das macht dann den Unterschied aus."

    Kleine Siegeschancen gegen den erstmals seit 8. Juli (Wimbledon-Halbfinale) wieder auf der Tour tätigen Federer hatte sich Melzer durchaus gegeben. Melzer: "Es wäre für mich schon überraschend gewesen, wenn er das in einem Flow heruntergespielt hätte. Man hat gemerkt, er sucht noch nach seinem Timing. Das war die Chance, und ich habe gewusst, ich spiele gut. Zwei Sätze lang habe ich es auch offenhalten können."

    Eh happy

    Seine gute Leistung allein reichte jedoch nicht dafür, dass Melzer mit dem Gebotenen zufrieden war. "Mit einer Niederlage kann man selten zufrieden sein", erklärte er. "Aber ich bin happy, wie ich Tennis spiele derzeit. Und wenn da nicht Roger Federer drüben steht, sondern ein anderer, dann hätte es vielleicht gereicht. Aber ich freue mich, dass ich gesund bin, dass ich schmerzfrei spielen kann."

    Nachdem er nun die Chance auf gute Punkte verpasst hat, muss der auf Weltranglistenplatz 300 zurückgefallene Melzer wieder auf die Challenger-Ebene zurückkehren. "Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich Punkte zu machen und wieder nach oben zu kommen." Je nach Abschneiden im Melbourner Doppel geht es als Nächstes nach Rennes oder später nach Budapest und zu weiteren Europa-Events.

    Lernen

    Das vermeidbare Ausscheiden seines Bruders Gerald früher am Tag gegen den 17-jährigen Australier Alex de Minaur hatte er im ersten Satz live miterlebt, danach vor dem Fernseher. "Diese Niederlage wird ihm noch ein paar Tage und Wochen wehtun. Daraus muss er lernen und es beim nächsten Mal besser machen."

    Am Dienstag (3. Match nach 1 Uhr MEZ) ist mit dem als Nummer acht gesetzten Dominic Thiem der dritte Niederösterreicher und zugleich der letzte ÖTV-Akteur im Hauptbewerb im Einsatz. Der Weltranglisten-Achte trifft auf den Deutschen Jan-Lennard Struff. (APA, 16.1.2017)

    • Nach der Nightsession.
      foto: ap/aaron favila

      Nach der Nightsession.

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