Russischer Flugzeugträger auf dem Rückweg aus dem Mittelmeer

16. Jänner 2017, 15:45
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Libyscher General Khalifa Haftar besichtigte die Admiral Kusnezow

Russlands einziger Flugzeugträger, die 1985 vom Stapel gelaufene Admiral Kusnezow, befindet sich nach einem zweimonatigen Einsatz vor der syrischen Küste auf dem Heimweg. Der Schlepper Nikolaj Tschiker, der sich bei dieser Mission stets in der Nähe des Trägers aufhält, durchfuhr am Montag laut der auf Schiffsverkehr spezialisierten Seite "Vesselfinder" die Meerenge zwischen Tunesien und Sizilien.

Auch das Flaggschiff der russischen Flotte, der Raketenkreuzer Peter der Große, wird zurückbeordert, dafür wurde ein Bataillon Militärpolizei nach Aleppo verlegt, das Entminungsspezialisten schützen soll.

Die Kusnezow verlor in den zwei Monaten im Mittelmeer zwei der auf dem Träger stationierten Flugzeuge, weil es offenbar Probleme mit den Fangkabeln gab. Eine Su-33 und eine MiG-29K stürzen ins Meer, die Piloten überlebten dank Schleudersitz.

Vor der Abreise erhielt der libysche General Khalifa Haftar, der im Osten des Landes gegen islamistische Milizen kämpft, eine Führung auf dem Trägerschiff. Er unterhielt sich bei dieser Gelegenheit per Videokonferenz mit dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, berichtet die Nachrichtenagentur Ria.

مكتب الاعلام - القيادة العامة للقوات المسلحة الليبية
General Haftars Ausflug zur Admiral Kusnezow.

Gesprächsthema sei die Bekämpfung internationaler Terroristengruppen im Nahen Osten gewesen. Haftar war im November nach Moskau gereist und hatte Russland um Waffenlieferungen gebeten. Ob sein Wunsch erfüllt wurde, ist unbekannt.

Seit 2011 untersagt ein UN-Embargo die Lieferung von Kriegsmaterial nach Libyen, wenn dieses nicht über die international anerkannte Regierung in Tripolis geht und vom Sicherheitsrat genehmigt wurde.

Laut offiziellen Angaben flog die russische Luftwaffe seit September 2015 in Syrien 71.000 Angriffe, bei denen 35.000 Kämpfer getötet sowie 405 Waffenfabriken und -werkstätten und 725 Ausbildungslager zerstört wurden. (red, 16.1.2016)

  • Die Admiral Kusnezow vor Syrien, 4. Jänner 2016.
    foto: ap/russian defense ministry

    Die Admiral Kusnezow vor Syrien, 4. Jänner 2016.

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    foto: ap, russian defense ministry
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