Salzburger Landestheater: Katrin König wird neue Operndirektorin

16. Jänner 2017, 13:49
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Der Brasilianer Reginaldo Oliveira wird leitender Choreograf und Adrian Kelly musikalischer Leiter in der Oper

Salzburg – Im Salzburger Landestheater bringt der Spielzeitwechsel im Sommer auch personelle Veränderungen. Opernreferentin und Casting-Direktorin Katrin König steigt zur Operndirektorin auf, und im Ballett wird Reginaldo Oliveira als leitender Choreograf ins Haus geholt, kündigte Intendant Carl Philip von Maldeghem am Montag bei einem Pressegespräch an.

König folgt auf Andreas Gergen, der dem Landestheater zwar weiterhin verbunden bleibe, künftig aber verstärkt die vielen internationalen Angebote wahrnehmen wolle, erklärte Maldeghem. Die neue Operndirektorin studierte in Italien Kultur, Sprache und Musikwissenschaften. Im Mozartjahr 2006 übernahm sie bei den Salzburger Festspielen die Leitende Inspizienz für drei Opern, von 2007 bis 2011 arbeitete sie dann im Konzertreferat der Festspiele unter Markus Hinterhäuser und Matthias Schulz, ab 2008 war sie auch für die Mozartwoche und die "Dialoge" der Stiftung Mozarteum tätig. Seit gut sechs Jahren ist sie am Landestheater engagiert. Als eines ihrer Ziele nannte sie heute, verstärkt junges Publikum ins Haus holen zu wollen. Für die kommenden Spielzeiten kündigte Maldeghem den kompletten Da-Ponte-Zyklus an, wofür das Landestheater ein fixes Mozart-Ensemble aufbauen wolle.

Nicht nur weiter, sondern voran

Im Bereich der Oper kommt es aber noch zu einer weiteren Neubesetzung: Musikdirektorin Mirga Grazinyte-Tyla übernimmt bekanntlich heuer im Sommer die Leitung des City of Birmingham Symphony Orchestra, ihr folgt in Salzburg Adrian Kelly als neuer musikalischer Leiter der Opernsparte nach. Der Brite ist seit 2015 musikalischer Leiter des Young Singer Projects der Salzburger Festspiele, beim Abschlusskonzert debütierte er dann auch bei den Festspielen. Am Landestheater leitet er in der laufenden Spielzeit bereits zwei Produktionen.

Und im Ballett zieht sich Urgestein Peter Breuer zwar nicht zurück und bleibt künstlerischer Gesamtleiter, er wird aber künftig durch den neuen leitenden Choreografen Reginaldo Oliveira unterstützt. Breuer will künftig noch eine Produktion im Jahr selbst choreografieren. "Ich wollte für die Compagnie, dass es nicht nur weitergeht, sondern dass es vorangeht", sagte Breuer, der sich durch das Engagement des Brasilianers neue Perspektiven erhofft. Für Maldeghem ist es wichtig, dass auch Oliveira – wie schon Breuer – Handlungsballett auf die Bühne bringt. Der Intendant schwärmte heute über sein aktuelles Werk "Anne Frank" in Karlsruhe.

Programmvorschau: "Dionysien"

Maldeghem machte heute auch schon einen kleinen Vorgriff auf die Programmpräsentation im Frühjahr: Ab Oktober 2017 bringt das Landestheater ein Theaterspektakel in die Felsenreitschule, das den Titel "Dionysien" tragen wird und den griechischen Theaterfesten nachempfunden werden soll. Aufgeführt werden in der vier- bis viereinhalbstündigen Veranstaltung das Schauspiel "Prometheus", das Ballett "Medea", die Oper "Oedipus Rex" und die Komödie "Der Frieden". In den Pausen werden dem Publikum "Schafkäse, Oliven und bewusstseinserweiternde Getränke" angeboten, kündigte der Intendant an.

Schließlich berichtete Maldeghem über den Baufortschritt der Probebühne. Diese werde zu Ostern im Wesentlichen fertig. Im Juni und Juli soll die Übersiedlung nach Aigen erfolgen, sodass nach der Sommerpause im August dort der Betrieb gestartet werden könne. (APA, 16.1.2017)

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