Ford Kuga: Wende auf der Bodenalm

23. Jänner 2017, 09:01
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Nur der Ford Kuga war Zeuge – im Gegensatz zur Sonne, die dort niemals hinkommt. Auf der Bodenalm bei Seefeld in Tirol wurde heuer die Vierschanzentournee entschieden. Lüftung eines Geheimnisses

Seefeld – Die Pferde wollen bewegt werden. Manchmal muss man nur auf ein Pedal treten, und schon sind es mehr als 300 Pferde, die sich da bewegen. Es gibt Menschen, die gar nicht wenig dafür zahlen, an einer sogenannten Driving-Experience teilzunehmen. Anfang Jänner hatte Audi, Sponsor der Vierschanzentournee sowie der Skiverbände Deutschlands und Österreichs, auf die Bodenalm bei Seefeld in Tirol geladen, an einen für diesen Zweck perfekt geeigneten Ort, dorthin verirrt sich im Winter kein Sonnenstrahl, dort lässt sich eine perfekte Eisfläche herstellen, auf der die mehr als 300 Pferde dann im Slalom um diverse Hütchen gesteuert werden. Wem es taugt.

Einigen österreichischen und deutschen Skispringern hat es ziemlich getaugt. Zu bezahlen hatten sie klarerweise nicht, bezahlt hat der eine oder andere aber sehr wohl, wie sich weisen sollte. Auf der Bodenalm hat sich schließlich diese, die 65. Auflage der Vierschanzentournee, entschieden. Doch dazu später.

150 Rösser

Der Ford Kuga durfte nicht aufs Eis, er hat sozusagen nur eine Zaungastrolle bekommen. Wer weiß, wofür es gut war. Mag sein, die 150 Rösser, die sich unter seiner Haube versammeln, wären den anderen davongaloppiert, bekanntlich zählt nicht nur die Quantität. Der ersten Herausforderung hatte sich der Kuga jedenfalls schon vor dem Ausritt zu stellen. Sie sah aus wie folgt: eine große Reisetasche, ein großer Koffer, vier mittelgroße Taschen, ein großer Rucksack, ein mittelgroßer Rucksack, eine Plastikbox mit Kinderspielzeug, ein Kinderwagen. Hat er alles geschnupft, der Kuga, nicht wie nichts, aber doch. Was die äußeren Bedingungen angeht, waren die Herausforderungen vorerst überschaubar.

Autofahren ist, wie Skispringen, ein – jetzt kommt's – Freiluftsport. Wenn der Winter auf sich warten lässt, fährt der Skispringer auf einer grauen Schanze, die auf einem grünen Berg steht, ein weißes Band hinunter, und der Kuga fährt halt auf einem grauen Band durch die grüne Gegend. Erst im Tourneeverlauf hat's ordentlich geschneit, da hatten die 150 Kuga-Pferde dann richtig Spaß – zum Beispiel bei der Fahrt zum Fototermin auf dem Geigenbühel im Zentrum von Seefeld. Dort machte sich die Sonne stark, auch das hat dem Kuga gefallen, kein Vergleich zur Bodenalm.

Köpfe schütteln

Auf der Bodenalm war's außer kalt nur kalt. Und genau dort breitete sich jenes Virus aus, das Österreich ein gutes Tournee-Gesamtergebnis kostete. Die Bodenalm war die Wende. Vorher waren Stefan Kraft und Michael Hayböck im Vollbesitz ihrer Kräfte, nachher waren sie angesandelt, krank, weg vom Fenster. Der Kuga war Zeuge, doch was hätte er tun sollen? Auch für die längere Rückfahrzeit übers deutsche Eck konnte er wenig. 150 Rösser schüttelten empört ihre 150 Köpfe. Pferde wollen nicht auf sinnlose Kontrollen an Grenzen zu Bayern warten. Pferde wollen bewegt werden. (Fritz Neumann, 23.1.2017)

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  • Die Fahrt auf den Geigenbühel hat dem Ford Kuga richtig Spaß gemacht.
    foto: fritz neumann

    Die Fahrt auf den Geigenbühel hat dem Ford Kuga richtig Spaß gemacht.

  • Dort, im Zentrum von Seefeld, macht sich die Sonne stark – im Gegensatz zur Bodenalm.
    foto: fritz neumann

    Dort, im Zentrum von Seefeld, macht sich die Sonne stark – im Gegensatz zur Bodenalm.

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