Gegen Fakes: Verpflichtendes Lesen von Texten, die man teilen will

16. Jänner 2017, 09:52
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Neuer Vorschlag von Wissenschafter Kalev Leetaru sorgt für Kontroversen

Rund sechzig Prozent aller Nutzer sollen in sozialen Medien Artikel teilen, von denen sie nur die Überschrift gelesen haben. Diese könnten künftig rot eingefärbt erscheinen. Das schlägt der IT-Entrepreneur und Forscher Kalev Leetaru im Magazin Forbes vor. Komplett konsumierte Artikel, die geteilt werden, sollen hingegen grün hervorgehoben werden. Leetaru denkt, dass dieses Farbsystem gegen Fake-News und Clickbait helfen könnte.

Tracking von Leseverhalten

Tatsächlich setzt Facebook im Kampf gegen reißerische Überschriften bereits auf ähnliche Mechanismen, weist diese jedoch nicht öffentlich aus. Artikel, die Nutzer nur überfliegen oder rasch wieder verlassen, werden von Facebook schlechter gereiht. Soziale Netzwerke wie eben Facebook oder Twitter können durch Tracking in den meisten Fällen leicht nachvollziehen, wie sich Nutzer beim Lesen von Artikeln verhalten.

Diese Daten sollen laut Leetaru künftig öffentlich ausgewiesen werden. Denkbar wäre etwa eine Farbskala von Rot (nur Überschrift gelesen) über Orange (teilweise gelesen) bis Grün (Artikel ganz gelesen). Außerdem könnten bei geteilten Artikeln Informationen darüber eingeblendet werden, wie oft diese von Freunden und weltweit verbreitet worden sind.

Mehr Transparenz

Diese Transparenz soll dem Nutzer helfen, die Qualität der Texte einordnen zu können. Das hieße natürlich nicht, dass Fake-News dadurch komplett eingedämmt würden, schreibt Leetaru – allerdings könnte der vorgeschlagene Mechanismen User immerhin dazu bringen, "zu lesen und darüber nachzudenken, welche Informationen sie konsumieren, bevor sie diese blind mit dem Rest der Welt teilen." (red, 16.1.2017)

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Forbes

  • Artikel könnten auf Facebook verschieden eingefärbt erscheinen, um das Leseverhalten des Link-Verbreiters transparent zu machen
    foto: reuters/ruvic

    Artikel könnten auf Facebook verschieden eingefärbt erscheinen, um das Leseverhalten des Link-Verbreiters transparent zu machen

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