Luxottica und Essilor mischen mit Fusion Brillenmarkt auf

16. Jänner 2017, 14:15
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Italienische Brillenhersteller Luxottica und französischer Brillenglasproduzent Essilor schließen sich zusammen

Mailand/Paris/Rom – Auf dem Brillenmarkt zeichnet sich die Fusion zweier Giganten ab. Der italienische Hersteller von Brillenfassungen Luxottica, zu dem Marken wie RayBan und Oakley gehören, will mit dem französischen Gläserfabrikanten Essilor zusammengehen. Beide sind in ihrer Sparte Weltmarktführer, Der Zusammenschluss habe ein Volumen von 46 Mrd. Euro, teilten die beiden Firmen am Montag mit.

"Endlich werden zwei Produkte, die von Natur aus zusammengehören – Fassungen und Gläser – unter einem Dach entworfen, gefertigt und vertrieben", sagte der Gründer von Luxottica, der 81-jährige Leonardo Del Vecchio. Mit ihrer Fusion wappnen sich Luxottica und Essilor für eine starke Nachfrage auf einem Markt, der wegen der immer älter werdenden Bevölkerung und des Nachholbedarfs in Asien und Lateinamerika weiter wachsen wird. Essilor konkurriert in Deutschland mit Zeiss und Rodenstock. Der Fusion müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

Luxottica und Essilor arbeiten bereits zusammen. So liefert Essilor seit Jahren Gläser für Luxottica. Die Italiener fertigen auch Fassungen für Luxusmarken wie Chanel, Georgio Armani, Prada und Versace.

Kosteneinsparungen erhofft

Von ihrer Fusion erhoffen sich die beiden Firmen mittelfristig Kosteneinsparungen von 400 bis 600 Mio. Euro. Beide Unternehmen würden sich sehr gut ergänzen, sagte Essilor-Chef Hubert Sagnieres und schloss Werksschließungen zugleich nicht aus. Sie rechnen mit einem gemeinsamen Jahresumsatz von 15 Mrd. Euro. Ihren Kunden versprach Sagnieres in einer Telefonkonferenz mit Journalisten einen deutlich schnelleren Service. Die Aktien der beiden Unternehmen legten zeitweise um 14 Prozent zu, Luxottica lag gegen Mittag mehr als 8 Prozent im Plus, Essilor rund 13 Prozent.

Der neue Konzern EssilorLuxottica soll in Paris an der Börse gelistet sein, Insidern zufolge möglicherweise auch in New York. Er soll 140.000 Mitarbeiter in mehr als 150 Ländern zählen. An der Spitze des neuen Unternehmens soll Del Veccio stehen, der erst vor zwei Jahren wieder die Führung bei Luxottica übernommen hatte. Del Vecchios Stellvertreter soll Essilor-Chef Sagnieres werden.

Del Vecchio will über seine Familienholding Delfin einen Anteil von 31 bis 38 Prozent am neuen Brillenkonzern halten und wird damit größter Eigner. Einen Zusammenschluss hatten die beiden Unternehmen schon vor einigen Jahren ins Auge gefasst. Erste Verhandlungen wurden wegen diverser Gründe wieder eingefroren.

Luxottica hat turbulente Zeiten hinter sich. So trat im vergangenen Jahr mit dem früheren Procter&Gamble-Manager Adil Mehboob-Khan der dritte Vorstandschef in 17 Monaten zurück. Sein direkter Vorgänger hatte nach nur sechs Wochen wegen Differenzen mit Del Vecchio das Handtuch geworfen. Als Del Vecchio wieder selbst das Ruder übernahm, warf das Fragen über seine Strategie und seine Nachfolge auf. Etliche Insider setzten seither auf eine Fusion.

Angesichts der Marktgröße der beiden Konzerne befürchten Experten aber auch Kartellprobleme. Die Firmen hätten weltweit gesehen bereits eine dominante Marktpräsenz, betonte Chris Cooper von der Investmentbank Jefferies. Essilor habe im Markt der Brillenglas-Hersteller einen Anteil von rund 40 Prozent und Luxottica sei der weltweit größte Brillen-Vertriebskonzern. (APA/Reuters/dpa, 16.1.2017)

  • Die Firma Luxottica, die nun mit Essilor fusioniert, produziert unter anderem die Marke Ray-Ban.
    foto: reuters / alessandro bianchi

    Die Firma Luxottica, die nun mit Essilor fusioniert, produziert unter anderem die Marke Ray-Ban.

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