UN-Bericht: Hongkong weltweit Spitze bei Elektronikmüll

15. Jänner 2017, 17:00
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21 Kilogramm pro Kopf und Jahr – Europa kommt auf 15,6 Kilo

Die Einwohner Hongkongs produzieren so viel Elektronikmüll wie niemand sonst auf der Welt. Dies geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Studie der Universität der Vereinten Nationen (UNU) hervor, die vor einer starken Zunahme dieser umwelt- und gesundheitsschädlichen Abfälle in ganz Ost- und Südostasien warnt.

E-Müll in China seit 2010 verdoppelt

Demnach kamen die Bewohner der chinesischen Sonderverwaltungsregion 2015 auf 21,7 Kilogramm E-Müll pro Kopf und Jahr. Dicht dahinter folgen Singapur (19,95) und Taiwan (19,53). Das ist deutlich mehr als in Europa mit 15,6 Kilogramm.

Insgesamt landeten 2015 in der Region 12,3 Millionen Tonnen gebrauchter Geräte auf dem Müll, was den Forschern zufolge dem mehr als doppelten Gewicht der größten Pyramide von Gizeh entspricht. Mehr als die Hälfte davon fällt in der Volksrepublik China an, wo sich der E-Müll zwischen 2010 und 2015 mehr als verdoppelte. In die Untersuchung einbezogen waren außerdem Japan, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Südkorea, Thailand, Vietnam und Kambodscha.

Mehr Geräte, mehr Verbraucher, schnellerer Produktzyklus

Der Müllberg wächst laut UNU-Bericht so schnell, weil es immer mehr Geräte, immer mehr Verbraucher und einen immer schnelleren Produktzyklus gibt. Die Autoren weisen auch auf die Gesundheitsgefahren durch eine unsachgemäße Entsorgung hin. "Offenes Verbrennen und Säurebad-Recycling im informellen Sektor haben schwerwiegende negative Auswirkungen", schreiben sie. Etliche Krankheiten gingen darauf zurück, darunter Schilddrüsenstörungen, Schwächung der Lungenfunktion und Wachstumsprobleme bei Kindern. (APA, 15.1.2017)

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