Syrische Opposition für Friedensgespräche in Kasachstan

15. Jänner 2017, 15:11
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Auch USA zu geplantem Treffen in Astana eingeladen – IS-Offensive in Deir ez-Zor

Damaskus – Der wichtigste Dachverband der syrischen Opposition unterstützt die Bemühungen Russlands für Friedensgespräche in Kasachstan. Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) habe die Hoffnung, dass die seit dem Jahreswechsel geltende Feuerpause durch ein solches Treffen gestärkt werde, erklärte das in Saudi-Arabien beheimatete Komitee am Samstag.

Die Gespräche seien eine Vorstufe für die nächste Runde politischer Verhandlungen in Genf. Der UNO-Syrien-Gesandte Staffan de Mistura hat die Konfliktparteien für den 8. Februar nach Genf eingeladen.

Mit Unterstützung des Iran und der Türkei strebt Russland noch in diesem Monat in der kasachischen Hauptstadt Astana Friedensgespräche an. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, er habe zusammen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow entschieden, auch die USA zu den Verhandlungen einzuladen. Dort wird Donald Trump am 20. Jänner als neuer Präsident ins Amt eingeführt.

Unklare Rolle Trumps

Es ist noch unklar, welche Rolle die USA unter Trump im Syrien-Konflikt einnehmen werden. Der Militäreinsatz Russlands an der Seite des syrischen Machthabers Bashar al-Assad hatte den Einfluss der USA in dem Konflikt weiter verringert.

Die seit dem 30. Dezember geltende Waffenruhe hält weitgehend. Ausgenommen von ihr ist der Kampf gegen die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). Diese unternahm am Samstag nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte ihre schwersten Angriffe seit Monaten auf die strategisch wichtige Stadt Deir ez-Zor (Deir al-Zor). Bei mindestens sechs großen Explosionen seien Dutzende Zivilisten und Angehörige der Regierungsarmee getötet worden. Zudem sei es zu heftigen Gefechten zwischen Regierungssoldaten und Islamisten gekommen.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Deir ez-Zor nahe der irakischen Grenze ist besonders heftig umkämpft, weil es die Islamisten-Hochburg im syrischen Raqqa (Rakka) mit Gebieten im Irak verbindet, die ebenfalls vom IS kontrolliert werden. (APA/Reuters, 15.1.2017)

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