Vernachlässigung in betreuter WG: Diakonie steigt aus

14. Jänner 2017, 17:07
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Diakonie wird sich in Wien aus der stationären Betreuung von behinderten Kindern zurückziehen

Wien – Gegen Wohnen Steinergasse, eine vom Diakoniewerk geführte sozialpädagogische Einrichtung für Minderjährige mit geistiger und mehrfacher Behinderung in Wien-Hernals, stehen Vorwürfe über Missstände im Raum – DER STANDARD berichtete). Dass die Einrichtung von der MA 11 (Jugendamt) geprüft wird, bestätigte Sprecherin Herta Staffa Freitagabend. Die Diakonie teilte am Samstag mit, dass ein "transparente Aufarbeitung läuft".

Daniela Scharer vom Diakoniewerk wurde im Interview mit "Wien heute" am Samstag konkreter: "Als Diakoniewerk werden wir uns in Wien aus dem stationären Wohnangebot für Kinder mit Behinderung zurückziehen", sagte sie.

Laut Medienberichten liegt der MA 11 eine mehrere A4-Seiten lange Liste mit der systematischen Dokumentation aller Missstände vor, die laut einem Insider auf systematisches Fehlmanagement und Einsparungen durch die Geschäftsführung des Diakoniewerks zurückzuführen seien. Staffa verwies auf das laufende Verfahren. Mitte nächster Woche sollen aber Informationen folgen, wie die Behörde weiter vorgehen wird. Laut Diakoniewerk wird eine Übergabe der Einrichtung vorbereitet.

Gespräche mit anderen Trägern

"Da die kontinuierliche und qualitätsvolle weitere Betreuung der Kinder und Jugendlichen natürlich keinen aufwendigen und zeitintensiven Restrukturierungsprozess erlaubt, finden derzeit in Abstimmung mit der MA11 Gespräche mit anderen Trägern statt, die die Betreuung der Kinder und Jugendlichen übernehmen sollen", informierte das Diakoniewerk am Samstag in einer Aussendung Es sei jedoch "schwierig, für die herausfordernde Betreuungsaufgabe der Kinder mit schweren und mehrfachen Behinderungen schnell genügend ausreichend qualifiziertes neues Fachpersonal zu gewinnen".

Den betreuten Kindern und Jugendlichen sei jedenfalls "kein Schaden entstanden. Das wissen wir, weil die Kinder regelmäßig ärztlich begleitet werden, und dafür auch aktuelle Bestätigungen vorliegen", betonte das Diakoniewerk. Die Richtigkeit der einzelnen Vorwürfe können laut eigenen Angaben nicht bestätigt werden. Es gebe aufgrund von Konflikten unterschiedliche Positionen und Aussagen. (APA/red, 14.1.2016)

Siehe dazu den STANDARD-Bericht.

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