Hirscher-Trainer über Kristoffersen: "Hat Nase vorne"

14. Jänner 2017, 16:05
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Michael Pircher hofft, dass Hirscher näher an den Norweger herankommen und irgendwann die Dominanz des Norwegers brechen kann

Wengen – Marcel Hirscher ist bestens vorbereitet zum Slalom in Wengen angereist, der Salzburger geht am Sonntag auf den ersten Sieg am Lauberhorn los. Leicht wird es ihm der mit dem 27-Jährigen ex aequo im Disziplin-Weltcup führende Norweger Henrik Kristoffersen aber nicht machen, der nach drei Saisonsiegen voll Selbstvertrauen strotzt und vergangenes Jahr in Wengen gewonnen hat.

Super-G auf der Streif und Slalom auf dem Ganslernhang in Kitzbühel und auf der Reiteralm hat Hirscher diese Woche trainiert. "Die Trainings in Kitzbühel waren lässig. Es war extremer Schneefall, und wir dachten schon, es wird nichts mit dem Super-G-Training, aber das Organisationskomitee hat uns mit einigen Rutschern unterstützt, wir hatten unser gewünschtes Training", sagte Hirscher-Trainer Michael Pircher.

Der Ganslernhang habe bei all seinen "Übergängen und Wellen noch eine dazubekommen. Sie sind sehr ausgeprägt, sehr markant", so Pircher. Trainiert haben neben dem österreichischen Team auch andere Nationen, die Deutschen oder der Russe Alexander Choroschilow.

Hirscher und Kristoffersen auf der Reiteralm

Kristoffersen indes übte auf der Reiteralm hauptsächlich Riesentorlauf, wie Trainer Christian Mitter sagte. "Es ist super gegangen. Die Möglichkeit mit Kitzbühel haben wir nicht erst erwogen, weil wir mit der Reiteralm gut bedient sind und dann in Kitzbühel eh wieder alles anders ist am Renntag, weil sie nochmals wassern müssen und es noch viermal schneit."

Hirscher war am Donnerstag und Freitag auf der Reiteralm. Die Information, dass es auf dem Wengen-Hang – heuer wird wieder am Originalhang gefahren und nicht wie im Vorjahr auf der Abfahrtstrecke – eisige Bedingungen gibt, wurde natürlich übermittelt. "Aber schauen wir mal, wie es am Sonntag ist, das ändert sich ja Tag für Tag. Wir werden uns auf alle Fälle bestmöglich einstellen. Wir haben es im Training auch eher auf der eisigen Seite gehabt", erläuterte Pircher.

Kristoffersen ließ den Auftakt-Slalom in Levi wegen Streitigkeiten mit dem Verband aus, in Val d'Isere, Madonna di Campiglio und Adelboden siegte er, in Zagreb kam er auf Rang drei, hatte dort aber ungünstige Verhältnisse erwischt. Hirscher kam nach seinem Sieg in Finnland auf die Plätze zwei, zwei, sechs und drei. In Adelboden hatte er Nebel-Pech, ließ das aber nicht als alleinige Ausrede gelten. "Der Slalom ist ein Auf und Ab. Ich muss im Training am Slalomschwung arbeiten. Es ist nicht schlecht, aber es ist zu wenig, um zu gewinnen", lautete sein Kommentar.

Dazu meinte Pircher: "Ich glaube, es passt genau, wie er es sieht. So sehe ich es auch. Kristoffersen hat bis auf Zagreb alle seine Rennen gewonnen. Er hat natürlich Selbstvertrauen, das braucht man, um der Konkurrenz und in dem Fall auch Marcel davonzufahren. Der Zeitabstand war groß, da waren wir schon einmal näher dabei. Jetzt müssen wir schauen, dass wir das Loch stopfen, und hoffen, dass wir ihn überholen. Aber im Moment hat er die Nase vorne."

Weltcupdebüt für Thomas Hettegger

Weltcup-Luft schnuppern wird am Sonntag der seit Samstag 23-jährige Salzburger Thomas Hettegger, der sein Debüt feiern wird. Andreas Puelacher, der sportliche Leiter der ÖSV-Herren, nominierte weiters Marcel Hirscher, Marco Schwarz, Manuel Feller, Marc Digruber, Michael Matt und Christian Hirschbühl für das bereits sechste Saisonrennen in dieser Disziplin (10.30/13.30 Uhr/live ORF eins).

Hettegger und Hirschbühl gewannen am Donnerstag ex aequo mit dem Norweger Leif Kristian Haugen den Europacup-Slalom in Zell am See.

In Wengen soll es weiterhin schneien, die Organisatoren und die FIS glauben aber daran, dass die Durchführung des Slaloms möglich sein wird. Die Prognosen für Sonntag sind etwas besser als sie für Samstag waren. (APA, 14.1.2017)

  • Hirscher im Wengenslalom einmal mehr auf der Jagd nach Kristoffersen.
    foto: apa/afp/fabrice coffrini

    Hirscher im Wengenslalom einmal mehr auf der Jagd nach Kristoffersen.

  • Der Norweger strotzt vor Selbstvertrauen.
    foto: apa/afp/fabrice coffrini

    Der Norweger strotzt vor Selbstvertrauen.

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