Plagiatsvorwurf gegen Buchmann: Gutachter empfiehlt Titel-Aberkennung

14. Jänner 2017, 14:59
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Auch zweiter Experte übte Kritik

Graz – Nach dem Plagiatsvorwurf gegen den steirischen Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (ÖVP) empfiehlt nun ein Gutachter, dass dem Politiker sein Doktortitel aberkannt werden soll. Auch ein zweiter Experte übte laut dem Bericht Kritik an Buchmanns Dissertation. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Buchmann wurde im Jahr 2000 an der Universität Graz zum Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften promoviert. Im Juni 2016 hatte der Salzburger Plagiatsjäger Stefan Weber jedoch ein Gutachten vorgelegt, in welchem dem Landesrat vorgeworfen wurde, Teile seiner Doktorarbeit aus deutscher Fachliteratur übernommen zu haben, ohne sie entsprechend zu kennzeichnen.

Im Herbst langte zu der Causa eine Stellungnahme der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OEAWI) in der Universität Graz ein. Die Stellungnahme enthält zwei Gutachten, aus denen "profil" in der aktuellen Ausgabe zitiert. Der erste Gutachter bemängelte Plagiatsstellen, aber auch wissenschaftliche Schwächen der Doktorarbeit. In dem zweiten Gutachten ist laut "profil" von "schwerwiegende Verletzungen der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis" die Rede – und eine "derart massive Regelverletzung" erlaube laut dem Verfasser keine andere Entscheidung, als die Promotion abzuerkennen.

Buchmann selbst wollte sich zu den Gutachten mit dem Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern, sagte dessen Pressesprecher, Markus Poleschinski, auf APA-Anfrage. Auch auf etwaige politische Konsequenzen im Falle einer Aberkennung des Titels wollte man sich nicht festlegen. (APA, 4.1.2016)

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