Wengen-Abfahrt abgesagt

14. Jänner 2017, 11:23
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Die Herren müssen damit weiterhin auf die dritte Saisonabfahrt warten – Vor der WM stehen damit nur noch Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm – Gespräche mit Beaver Creek – Abfahrer fordern Zusatzrennen

Wengen – Die Abfahrt der alpinen Ski-Herren in Wengen ist wegen zu viel Neuschnees und anhaltenden Schneefalls abgesagt worden. Es ist der nächste Ausfall in dieser Disziplin nach jenem in Santa Caterina, in der laufenden Saison wurden erst zwei Abfahrten durchgeführt. Sie wird definitiv nicht kommende Woche in Kitzbühel nachgetragen, vielmehr hofft die FIS auf Rennen im März in Beaver Creek.

Für die Speed-Piloten gestaltet sich die Saison zäh. Nach dem Ausfall der Lake-Louise-Rennen und der Verlegung der Beaver-Creek-Bewerbe nach Val d'Isere fand danach nur noch die Gröden-Abfahrt statt. Jene in Santa Caterina musste wegen starken Windes abgesagt werden, sie ist laut aktuellem Stand ersatzlos gestrichen. Das Lake-Louise-Rennen wurde für Kvitfjell im März neu angesetzt. Vor der WM in St. Moritz stehen damit nur noch Abfahrten in Kitzbühel und Garmisch-Partenkirchen auf dem Programm.

FIS-Renndirektor Markus Waldner erklärte Freitagabend in der Mannschaftsführersitzung, dass er im Falle einer Wengen-Absage Gespräche mit Beaver Creek aufnehmen will, ob dieses am Wochenende vor dem Weltcup-Finale in Aspen (15. bis 19. März) ein Rennen übernimmt. "Wir müssen etwas für die Abfahrer machen", sagte Waldner.

ÖSV-Läufer pro Beaver Creek

"Schon ärgerlich, dass wir hier kein Rennen zusammenbringen. Aber wie das Wetter ausschaut und die Bedingungen waren, ist es im Endeffekt gescheiter, weil eine Lotterie brauchen wir nicht. Sonst können wir es uns eh beim Kartenspielen ausmachen", sagte Gröden-Sieger Max Franz, bevor er in Wengen in den Zug nach Lauterbrunnen stieg. "Beaver Creek wäre cool. Aber schade um Wengen, weil es eine coole Strecke ist." 2004 musste zum zuvor letzten Mal eine Abfahrt in Wengen abgesagt werden.

Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer trauerte dem Rennen ebenfalls nach. "Die Bedingungen beim Training waren gewaltig. Beaver Creek ist eine super Idee, das wäre perfekt für alle", sagte der Kärntner. Geht es nach Hannes Reichelt, müsste man aber nicht so lange mit Zusatzrennen warten, denn wenn es dann in Beaver Creek nicht gehe, sei die letzte Chance vorbei.

Zusatzrennen gefordert

"Wir könnten auch in den nächsten zwei Wochen eine in Kitzbühel und eine in Garmisch nachholen. Ich habe mit Kjetil Jansrud darüber geredet, der sieht das auch so. Der Markus sollte vielleicht uns Läufer ein bisserl fragen, was wir wollen und durchstehen und danach entscheiden. Meiner Meinung nach ist es vom Körperlichen her möglich, mehr Rennen zu fahren." Der Job von FIS-Renndirektor Waldner sei aber nicht leicht, meinte Reichelt. "Macht du es richtig, bekommst kein Lob. Und machst es falsch, hauen sie auf dich drauf."

Doppelabfahrten habe es auch früher gegeben, sagte auch Norwegens Cheftrainer Christian Mitter. "Man muss sich alle Möglichkeiten anschauen. Es gibt immer Möglichkeiten, wir sind auch früher Doppelabfahrten gefahren. Dann lässt man halt ein Training weg, das erhöht dann den Energieaufwand nicht so. Man sollte uns überlassen, was zu viel ist und was nicht." Man müsse schauen, dass man sich die Abfahrten bewahre, das sei sonst kein gutes Signal für die ganze Skiwelt.

Mit dem Zusatzrennen in Kvitfjell wird es jetzt dort eine Doppelabfahrt geben. Garmisch hatte ein zusätzliches Rennen bisher abgelehnt, Waldner möchte dort aber noch einmal einen Vorstoß machen. "Jetzt fehlen uns zwei Abfahrten. Das schmerzt schon. Die erste Option, die wir schon gecheckt haben, ist, in Garmisch eine anzuhängen. Aber Freitag ist ein bisschen ein Problem wegen der Fernsehübertragung", sagte Waldner am Samstag im ORF. (APA, 14.1.2017)

  • Zu viel der weißen Pracht in Wengen.
    foto: ap/alessandro trovati

    Zu viel der weißen Pracht in Wengen.

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