El Salvador: Regierung will nicht mit Jugendbanden verhandeln

    13. Jänner 2017, 19:56
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    Angebot mehrerer Gangs abgelehnt

    San Salvador – Die salvadorianische Regierung hat ein Gesprächsangebot der mächtigsten Jugendbanden des mittelamerikanischen Landes abgelehnt. "Wir verhandeln nicht mit Kriminellen", sagte Justizminister Mauricio Ramirez Landaverde am Freitag. Zuvor hatten die Gangs Mara Salvatrucha (MS13), Barrio 18 Sureños und Barrio 18 Revolucionarios Gespräche angeboten, um die Gewalt zu stoppen.

    Die Banden sollen zusammen rund 70 000 Mitglieder haben. Mit 84 Morden je 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr gilt El Salvador als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Zuletzt gingen die Sicherheitskräfte entschlossen gegen die Jugendbanden vor und nahmen zahlreiche Gangmitglieder fest. Außerdem wurden inhaftierte Bandenchefs in Hochsicherheitsgefängnisse verlegt. Die Gangs griffen ihrerseits gezielt Soldaten und Polizisten an.

    Vor einigen Jahren gab es bereits einmal einen Waffenstillstand mit den sogenannten Maras. Die Zahl der Morde ging damals deutlich zurück, nicht aber die Zahl anderer Verbrechen wie Erpressung und Drogenhandel. Experten kritisierten, dass die Gangs die Waffenruhe nutzten, um ihre Einflussgebiete auszuweiten. (APA, dpa, 13.1.2017)

    • Gang-Anführer Gustavo de Jesus Vasquez Nerio bei seiner Verhaftung
      foto: reuters/jose cabezas

      Gang-Anführer Gustavo de Jesus Vasquez Nerio bei seiner Verhaftung

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