Griechenland will türkische Soldaten nicht ausliefern

13. Jänner 2017, 19:41
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Bereits drei Staatsanwälte sprachen sich dafür aus, dem Asylgesuch aller acht Soldaten stattzugeben

Ankara – Die acht türkischen Soldaten, die in Griechenland Asyl beantragt haben, sollen nach dem griechischen Generalstaatsanwalt nicht an ihr Heimatland ausgeliefert werden. Das sagte der Chef der Justizbehörde, Nikos Pantelis, am Freitag vor dem obersten Gerichtshof. Es sei nicht auszuschließen, dass die Männer in der Türkei ein unfaires Verfahren oder Folter erwarte, sagte Pantelis laut Medienberichten.

Entsprechend sei die Auslieferung nicht vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention.

Mit Nikos Pantelis haben sich nunmehr drei Staatsanwälte dafür ausgesprochen, dem Asylgesuch aller acht Soldaten stattzugeben. Die zwei Majore, vier Hauptmänner und zwei Unteroffiziere waren Mitte Juli 2016 während des Putschversuchs in der Türkei per Hubschrauber nach Griechenland geflohen und hatten dort Asyl beantragt. Seither fordert die Regierung in Ankara die Auslieferung der mutmaßlichen Putschisten.

Die Militärs hingegen sagen, sie hätten sich nichts zuschulden kommen lassen. Sie seien Piloten von Such- und Rettungshubschraubern. Als ihr Stützpunkt von Bürgern und Polizisten beschossen wurde, hätten sie um ihr Leben gefürchtet und seien geflohen. In der Heimat seien sie dennoch längst ohne Anhörung schuldig gesprochen worden.

Für Griechenland ist das Thema äußerst heikel: Einerseits möchte man es sich nicht mit dem Nachbarn verscherzen, andererseits hält man die Unabhängigkeit der Justiz hoch. Eine Entscheidung des obersten griechischen Gerichtshofs soll am 23. Jänner fallen. (APA, dpa, 13.1.2017)

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