SPÖ-Funktionäre wollen Peter Hacker in Regierung sehen

    13. Jänner 2017, 17:45
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    Chef des Fonds Soziales Wien ziert sich – Auch Brauner als Ablösekandidatin

    Wien – Dass der Rückzug von Sonja Wehsely von ihr selbst ausging, wird in der Wiener SPÖ bezweifelt. Es sei klar gewesen, dass sie abgelöst würde – man habe ihr daher die Zeit gegeben, sich einen neuen Job zu suchen, erzählen Wohlinformierte. Als Gesundheitsstadtrat nachfolgen könnte Wehsely der Chef des Fonds Soziales Wien (FSW), Peter Hacker.

    Da gibt es allerdings Komplikationen: Hacker, der die Abteilung seit ihrer Gründung 2001 leitet und von 1992 bis 2003 als Drogenkoordinator der Stadt fungiert hatte, will nicht wechseln. "Er wird aber müssen", wie es aus der Partei heißt. Hacker gilt als Umsetzer und durchsetzungskräftiger Manager. Zuletzt stellte er bei der Unterbringung von tausenden Flüchtlingen seine Krisentauglichkeit unter Beweis.

    Regierungsumbildung eingeleitet

    Mit dem Ausscheiden von Wehsely wird in Wien eine größere Regierungsumbildung eingeleitet, davon zeigen sich Insider überzeugt. Zwar bereitet Bürgermeister Michael Häupl die Neuaufstellung des SPÖ-Teams im Alleingang vor und lässt sich dabei nicht in die Karten blicken. Von den Umbauarbeiten betroffen dürften aber auch Finanzstadträtin Renate Brauner und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig sein. Zuletzt haben sich Unterstützer für den Verbleib von Ludwig starkgemacht. Das dürfte dem aber nichts nützen, wie SPÖ-Kenner sagen. "Dort, wo Ludwig jetzt ist, wird er sicher nicht bleiben."

    Zwei Varianten sind möglich. Erstens: Ludwig muss die Stadtregierung verlassen. Das könnte aber die Proponenten des rechten Flügels auf die Barrikaden steigen lassen, sollte Häupl keinen adäquaten Nachfolger aus ihren Reihen auf diese Position hieven. Wahrscheinlicher dürfte die zweite Möglichkeit sein: Ludwig wechselt die Zuständigkeit.

    Das Finanzressort wäre naheliegend. Allerdings müsste dann Brauner nach mehr als 20 Jahren in der Stadtregierung ihren Platz räumen. Sie könnte Harry Kopietz an der Spitze des Landtags ersetzen. Im Gespräch mit dem STANDARD zeigte sich der 68-Jährige aber wenig begeistert. "Ich bleibe Landtagspräsident", sagte Kopietz.

    Brauner am Mittwoch im Büro

    Brauner selbst weilt noch auf Urlaub. Sie nimmt laut ihrem Büro am kommenden Mittwoch – und damit nur knapp vor der Vorstandstagung der Wiener SPÖ am 20. und 21. Jänner – ihre Arbeitsgeschäfte wieder auf. Dass Häupl Änderungen im Finanzressort in Abwesenheit seiner langjährigen Vertrauten Brauner fixiert, ist laut Insidern ausgeschlossen.

    Neben Ludwig gibt es weitere Kandidaten für den Finanzstadtratsposten: Durch den Wechsel von Wehsely ist der Weg für Andreas Schieder, Klubchef der Bundes-SPÖ, nach Wien frei. Schieder und Wehsely haben einen gemeinsamen Sohn. Auch Jürgen Czernohorszky, Präsident des Stadtschulrats, hat gute Karten. Als fix gilt, dass die Neuen in der Regierung am 26. Jänner im Gemeinderat gewählt werden. Ende März folgt die SPÖ-Klubklausur, bei der traditionell auch Großprojekte präsentiert werden.

    Neuerungen im zweiten Bezirk

    Wehsely, die auch Bezirkschefin der SPÖ Leopoldstadt ist, wird bei der Bezirkskonferenz im April laut eigenen Aussagen nicht mehr kandidieren. Logischer Nachfolger wäre Gerhard Kubik, Gemeinderat und Vize-Bezirkschef. Aus Kreisen der Wiener SPÖ kommen aber – nach der Niederlage gegen die Grünen bei der Wiederholung der Bezirkswahlen im September – Rufe nach Veränderung. Kubik einzusetzen wäre, so heißt es, wieder ein Zeichen dafür, dass in der SPÖ alles beim Alten bleibe. (cmi, gra, krud, 13.1.2017)

    • FSW-Chef Peter Hacker ist als neuer Sozialstadtrat im Gespräch.
      foto: robert newald

      FSW-Chef Peter Hacker ist als neuer Sozialstadtrat im Gespräch.

    • Andreas Schieder, Klubchef der SPÖ im Parlament, könnte ins Wiener Rathaus wechseln.
      foto: apa/herbert pfarrhofer

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