China-Exporte: Globale Achillesferse

Kommentar13. Jänner 2017, 17:15
1 Posting

Für das exportabhängigere China wird Washington zunehmend zum Risiko

Chinas Ausfuhren sind im Vorjahr auf Talfahrt gegangen. Zwar war der Rückgang der Exporte um sechs Prozent im Dezember zu einem guten Teil auf die Schwäche der Landeswährung Yuan zurückzuführen, doch am negativen Vorzeichen der Entwicklung ändert das nichts. Die dürftige globale Nachfrage, gekoppelt mit wachsendem Widerstand gegen die Globalisierung, bringt ganz Asien zusehends unter Druck. Und das, bevor Donald Trump überhaupt sein Amt angetreten hat.

Auch wenn die Wahlkampfansagen des künftigen US-Präsidenten, darunter 45-prozentige Strafzölle auf chinesische Importe, nicht für bare Münze genommen werden sollten: Mit diversen Handelsbeschränkungen im Transpazifikhandel ist zu rechnen. Für das im Vergleich zu den USA deutlich exportabhängigere China wird Washington zunehmend zum Risiko. Das Gleiche gilt folglich für die Weltkonjunktur. Und natürlich für die USA selbst.

GM beispielsweise verkauft in China 50 Prozent mehr Autos als auf dem Heimmarkt. Auch der iPhone-Absatz ist im einwohnerstärksten Land der Welt deutlich größer als in der Apple-Heimat. Besonders bitter wäre ein Handelskrieg für US-Konzerne, die stark von öffentlichen chinesischen Aufträgen abhängig sind, wie etwa Boeing. Somit heißt es vorerst: auf Vernunft hoffen. Bücher wie jenes des künftigen Außenhandelszampanos Peter Navarro – "Death by China" – müssen ja nicht als Handlungsanleitung dienen. (Andreas Schnauder, 13.1.2017)

Share if you care.