Israels Angriff bei Damaskus: Eine neue Hisbollah

Kommentar13. Jänner 2017, 17:01
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Mit der Schwächung der Rebellen verliert Israel einen Puffer zu Syrien

Wie üblich hüllt sich Israel zu seinem mutmaßlichen Luftangriff in Syrien am Freitag, diesmal auf einen Militärflughafen bei Damaskus, in Schweigen und bestätigt damit indirekt die vom syrischen Regime vorgenommene Zuweisung. Es ist bei weitem nicht Israels erste militärische Intervention in dem seit mehr als fünf Jahren andauerndem Konflikt. Und stets war die Absicht die gleiche: die libanesische Hisbollah oder iranische Kräfte, die in Syrien kämpfen, in Grenzen zu weisen.

Nun befindet sich der Konflikt in Syrien in einem fundamentalen Umbruch. Zwar bleibt der Aufruf der Türkei – die gemeinsam mit Russland eine Waffenruhe sponsert -, dass sich die Hisbollah in den Libanon zurückziehen soll, erst einmal ohne Konsequenzen. Aber nicht zuletzt die von Russland betriebene Gründung eines 5. Korps der syrischen Armee zeigt, dass Ordnung in den Wildwuchs von "Auxiliartruppen" gebracht werden soll.

Für Israel ist das ein entscheidender Moment. Mit der Schwächung sowohl der normalen als auch der jihadistischen Rebellen verliert es einen – wenngleich höchst problematischen – Puffer in Syrien. Und wenn die Hisbollah sich einmal in den Libanon zurückzieht, dann tut sie das mit ganz neuen militärischen Qualitäten. Damit ist nicht nur Gerät gemeint, sondern Kriegserfahrung, die sie über eine Guerillatruppe erhebt. Das gehört zu den paradoxen Folgen des Kriegs in Syrien, die auch Israel betreffen. (Gudrun Harrer, 13.1.2017)

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