Appell: Wir brauchen Hilfe!

Kommentar der anderen13. Jänner 2017, 16:39
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Ohne tiefergehende Analyse und ohne Verständnis von Motivation und Mentalität der Täter bleiben unsere Bestrebungen um vernünftige Warnung zukünftiger Generationen intuitiv

Die Geschichte des deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ist noch nicht vollständig erforscht. Wir kennen die Berichte und Erinnerungen ehemaliger Häftlinge – das ist die Perspektive der Opfer. Wir kennen den erhaltenen Teil der Lagerdokumentation – das sind die Verwaltungsdokumente. Wir kennen die Materialien der Nachkriegsprozesse – das ist die Sprache der Rechtsverteidigung.

Das ist zu wenig, um die größte Tragödie der Geschichte Europas vollständig zu verstehen. Nach dem Krieg wurden nur wenige Bilder, hergestellt von Mitgliedern der Besatzung, eine geringe Anzahl privater Briefe, geschrieben von SS-Männern, und äußerst selten andere Dokumente oder einzelne Tagebücher gefunden.

Ohne tiefergehende Analyse und ohne Verständnis von Motivation und Mentalität der Täter bleiben unsere Bestrebungen um vernünftige Warnung zukünftiger Generationen intuitiv. Heute bitten wir um Hilfe!

Wer im Besitz von Dokumenten, Bildern, privaten Briefen, Tagebüchern ist und unsere Bemühungen um besseres Verständnis der Einflüsse populistischer Hassmechanismen auf Menschen unterstützen möchte, den bitten wir um Nachricht unter: archiv@auschwitz.org. Volle Anonymität der Dokumentlasser wird garantiert. (Piotr M. A. Cywinski, 13.1.2017)

Piotr M. A. Cywinski, Direktor der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

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