Hintermann gewinnt Wengen-Kombi

13. Jänner 2017, 15:35
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ÖSV-Läufer Frederic Berthold holt als Dritter seinen ersten Podestplatz – Schwierige Bedingungen ließen den Favoriten in der Abfahrt keine Chance

Wengen – Mit einer wetterbedingten Sensation begannen am Freitag die Lauberhornrennen in Wengen. Der 21-jährige Schweizer Niels Hintermann gewann nach Rang 23 im Slalom die Kombination in der drastisch verkürzten Abfahrt, die bei zunehmenden Schneefall den Favoriten keine Chance ließ. Dem Franzosen Alexis Pinturault, Sieger der ersten Saisonkombi in Santa Caterina, reichte Rang 20 zur Verteidigung der kleinen Kristallkugel.

Hintermann konnte sein Glück kaum fassen, "ich hab noch nicht einmal ein Europacuprennen gewonnen". Der Tatsache, dass er mit seinem Triumph auch das Ticket für die WM in St. Moritz gelöst haben dürfte, war sich der Schweizer Abfahrtsmeister aus Zürich gar nicht bewusst. Er reagierte sogar überrascht, als er erfuhr, dass es überhaupt eine Kombi bei der WM geben wird.

Berthold von 22 auf 3

Der Vorarlberger Frederic Berthold wusste dagegen sofort, dass er sein WM-Ticket gelöst haben dürfte, nachdem Rang drei hinter dem Franzosen Maxence Muzaton fix war. Der 25-jährige Sohn des deutschen Herrentrainers Mathias Berthold profitierte nach Rang 22 im Slalom ebenfalls von den zunehmend irregulären Abfahrtsbedingungen und wurde bester Österreicher, Romed Baumann belegte Rang sechs. Matthias Mayer und Max Franz, Österreichs Hoffnungen für die sicher ebenfalls verkürzte klassische Abfahrt am Samstag, scheiterten im Slalom. Mayer lag bei der ersten Zwischenzeit sogar eine Hundertstel voran. "Schade, ich habe es bis dorthin super erwischt", sagte der Abfahrts-Olympiasieger.

Berthold konnte sein Glück nicht ganz fassen. "Das war ganz interessant. Der Slalom war sehr schwierig in der Früh, es war eine ziemlich harte Piste, da habe ich mich runtergekämpft und hatte eine gute Nummer für die Abfahrt", sagte der Vorarlberger.

Baumann lieferte angesichts der Verhältnisse eine starke Abfahrt ab. "Fair wäre auf jeden Fall cool gewesen. Ich bin mit meiner Abfahrt super zufrieden, ich hätte nicht groß gewusst, wo ich noch schneller fahren kann", sagte der Tiroler, der sich damit wohl auch für die WM qualifizierte.

Für Kriechmayr wurde es der 17. Platz. "Man braucht nur das Ergebnis sehen, dann weiß man eh, ob es fair war oder nicht. Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich alles in der Hocke gefahren, es hat mich die ganze Zeit hergestoppt." Seine Slalom-Performance bezeichnete er als "für einen Abfahrer nicht so schlecht".

Ivica Kostelic (37), kroatischer Weltcupgesamtsieger von 2011, beendete sein wohl letztes Weltcuprennen als 22. (red; 13.1.2017)

  • Das überraschende Podium: Sieger Niels Hintermann in der Mitte, Maxence Muzaton links und Frederic Berthold rechts.
    foto: reuters/balibouse

    Das überraschende Podium: Sieger Niels Hintermann in der Mitte, Maxence Muzaton links und Frederic Berthold rechts.

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