Prozess um Rotschlamm-Katastrophe geht in zweite Instanz

13. Jänner 2017, 14:59
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2010 starben zehn Menschen – Alle Angeklagten in erster Instanz freigesprochen

Györ – Mehr als sechs Jahre nach der Giftschlamm-Katastrophe in der ungarischen Aluminiumfabrik Mal AG in Ajka geht das Verfahren gegen mutmaßliche Verantwortliche des Umweltdesasters in die zweite Instanz. In Györ beginnt am 23. Jänner der Prozess gegen 15 führende Mitarbeiter der Mal AG, in der am 4. Oktober 2010 ein Becken mit hochgiftigem Rotschlamm barst. Zehn Menschen starben, 200 wurden verletzt.

Die Verletzungen waren zum Teil lebensbedrohlich. Der Rotschlamm zerstörte damals mehr als 300 Häuser und verursachte schwere Umweltschäden.

Am 28. Jänner 2016 hatte das Gericht in der westungarischen Stadt Veszprem alle 15 Angeklagten – darunter Mal-Chef Zoltan Bakonyi – "mangels einer Straftat" in erster Instanz freigesprochen. Die "Natur" habe die Katastrophe verursacht, die Direktoren und Manager seien strafrechtlich nicht belangbar. Dieses Urteil hatte zu massiven Protesten geführt, die Staatsanwaltschaft berief gegen diese Entscheidung.

Für den neuen Prozess sind vier Verhandlungstage bis 26. Jänner festgesetzt, sagte der Sprecher des Gerichts in Györ, Tamas Ferenczy, der APA. Wann es zur Urteilsverkündung komme, hänge jedoch vom Verlauf der Verhandlung ab. (APA, 13.1.2017)

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