Polen wegen US-Annäherung an Russland besorgt

13. Jänner 2017, 14:57
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Außenminister Waszczykowski hofft auf "rationales" Verhalten der künftigen US-Regierung

Warschau/Washington – Die polnische Regierung hat den designierten US-Präsidenten Donald Trump vor einer Verbesserung der Beziehungen zu Russland auf Kosten Polens gewarnt. "Man kann niemanden dafür kritisieren, die Beziehungen zu Russland verbessern zu wollen", sagte Außenminister Witold Waszczykowski am Freitag im Radiosender RMF.

"Wir sind Russlands Nachbarn und würden das selbst gerne tun." Seine Botschaft an die künftige US-Regierung sei daher: "Wir finden es gut, aber nicht auf unsere Kosten".

Trump hat wiederholt angekündigt, die Beziehungen zwischen Washington und Moskau verbessern zu wollen. Die osteuropäischen Staaten fürchten seit der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im Jahr 2014 zunehmend um ihre eigene Sicherheit.

Trumps und Polens Sicht auf die Welt ähnlich

Waszczykowski sagte in dem Interview weiter, Trump habe sich seit seinem Wahlsieg im November "rational" verhalten und auch vor Russland gewarnt. Auch der künftigen US-Regierung bescheinigte er "rationales" Denken. Ihre Sicht auf die Welt und den "Wettbewerb mit Russland" ähnele jener der polnischen Regierung.

Am Donnerstag war in Polen eine US-Panzerbrigade eingetroffen, deren Verlegung der scheidende US-Präsident Barack Obama angeordnet hatte. Zudem soll ein von den US-Streitkräften geführtes Nato-Bataillon im Nordosten Polens an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen stationiert werden. Russland hatte dort im vergangenen Oktober atomwaffenfähige Iskander-Kurzstreckenraketen stationiert. Trump steht der Nato überaus skeptisch gegenüber. (APA, 13.1.2017)

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