Deutschland lädt russischen Minister trotz EU-Sanktionen ein

13. Jänner 2017, 14:10
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Berlin: Bisher keine Einwände von anderen EU-Staaten

Berlin/Moskau – Deutschland hat den russischen Agrarminister Alexander Tkatschow trotz EU-Einreise-Verbots nach Berlin eingeladen. Sein deutscher Amtskollege Christian Schmidt habe ihn um die Teilnahme am Treffen der Agrarminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) am 22. Jänner gebeten, sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag in Berlin.

Gegen Tkatschow gelten eigentlich von der Europäischen Union verhängte Sanktionen gegen Mitglieder der russischen Führung, die wegen der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim und wegen der Hilfen für prorussische Separatisten im Osten der Ukraine verhängt wurden.

Zusammenarbeit gewann an Wert

Schmidt habe immer betont, dass er den Gesprächsfaden mit Russland nicht abreißen lassen wolle, sagte die Sprecherin des CSU-Politikers. Ihm sei es ein Anliegen, Vertreter aller G-20-Staaten begrüßen zu können. Tkatschows Ministerium erklärte in Moskau, der Ressortchef werde nach Berlin reisen und dort auch zahlreiche bilaterale Gespräche führen.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wies darauf hin, dass keine EU-Staaten oder andere G-20-Teilnehmer Einwände erhoben hätten. Er betonte, die G-20 hätten angesichts von globalen Krisen wie Terrorismus an Bedeutung gewonnen.

Russland hatte auf die EU-Sanktionen mit einem Embargo für Agrarprodukte aus Europa reagiert. Schmidt wirbt seit Monaten dafür, dass Wege gefunden werden, um den russischen Importstopp zu beenden. (APA, 13.1.2017)

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