Virus löst gefährliche Zitteranfälle bei Ferkeln aus

13. Jänner 2017, 12:55
1 Posting

Lange wurde nach dem Auslöser des Syndroms gesucht, Wiener Forscher melden Erfolg

Wien – Neugeborene Ferkel können von heftigem Zittern befallen werden. Dieser Tremor kann sogar so stark sein, dass die Tiere keine Muttermilch saugen können. Die Ursache des Syndroms war bisher unbekannt, Wiener Forscher glauben sie nun aber gefunden zu haben.

Das Team um Christiane Riedel und Lukas Schwarz von der Veterinärmedizinischen Universität Wien berichtet in der Fachzeitschrift "Veterinary Research", dass ein bisher unbekanntes Virus dafür verantwortlich ist. Der Erreger zählt zu den "atypischen porzinen Pestiviren". Pestiviren sind eine Gattung von Viren, die unter anderem bei Rindern und Schweinen eine Reihe von Infektionskrankheiten auslösen. Dazu gehört auch die sogenannte Klassische Schweinepest.

Mutmaßlicher Täter gefunden

Schon lange wurde ein Virus als Ursache für das "Ferkelzittern" vermutet, bereits etablierte Tests blieben bisher aber erfolglos, teilte die VetMed mit. Erst die Charakterisierung der atypischen Pestiviren brachte die Wissenschafter auf eine neue Spur. Durch diese Sequenzdaten konnten sie einen weiteren Stamm dieser Viren identifizieren und einen neuen Test entwickeln.

Das Nachweisverfahren bestätigte aber nicht nur, dass in den erkrankten Ferkeln das Virus in hoher Zahl zu finden war. Die Forscher konnten den Erreger auch im Speichel und im Sperma von bereits geschlechtsreifen Schweinen nachweisen. Das Virus verbleibt offensichtlich nach einer Infektion lange Zeit im Organismus der Tiere, ohne dass diese Symptome zeigen, und könnte auch sexuell übertragbar sein. (APA, red, 13. 1. 2017)

Share if you care.