Was im Körper passiert, wenn der Mensch zu wenig trinkt

13. Jänner 2017, 12:43
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Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr vermindert die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit erheblich. Dennoch trinken viele Menschen täglich zu wenig

Zu viel Wasser kann in Einzelfällen gefährlich werden, haben wir an dieser Stelle erst kürzlich berichtet. Dennoch sind Experten sich einig, dass genügend Flüssigkeit für den menschlichen Körper unabdingbar ist. Denn Wasser ist im Körper Lösungsmittel, Transportmittel und elektrolytische Lösung, es ist unentbehrlich für alle bioelektrischen Vorgänge im Körper.

Obwohl das so ist, nehmen viele Menschen zu wenig Flüssigkeit zu sich, sie leiden an permanentem Wassermangel. Nach einer aktuellen Untersuchung sind etwa die Deutschen Tag für Tag mit rund 20 Prozent der gesundheitlich nötigen Trinkmenge im Defizit, berichten Experten des deutschen Onlinedienstes obx-medizindirekt. Dabei bedeutet Wassermangel nicht nur ein erhebliches Nachlassen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit: Wer zu wenig trinkt, muss auch mit Beschwerden rechnen, die von trockener Haut über niedrigen Blutdruck und Schwindel bis hin zu Kopfschmerzen, Verwirrungszuständen und Ohnmacht reichen können.

Wie wichtig eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr für den Organismus ist, lässt sich mit Zahlen belegen: Innerhalb von 24 Stunden durchfließen insgesamt 1400 Liter Wasser das menschliche Gehirn, um es zu versorgen und leistungsfähig zu halten. Im gleichen Zeitraum passieren sogar 2000 Liter Flüssigkeit die Nieren, damit schädliche Stoffe ausgefiltert und ausgeschieden werden können.

Sauerstofftransport vermindert

Dadurch wird deutlich, dass der Organismus, der zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, auf Flüssigkeitsmangel empfindlich reagiert. Wenn nur zwei Prozent der normalen Wassermenge fehlen, lässt die Leistungsfähigkeit des Menschen deutlich nach, denn mangels Masse ist der Sauerstofftransport in Gehirn und Muskelzellen vermindert. Deshalb achten auch Sportler darauf, immer genügend zu trinken.

Bei Flüssigkeitsdefizit dickt das Blut ein und wird zähflüssiger, es neigt stärker dazu, Blutgerinnsel zu bilden. Außerdem werden die feinen Blutgefäße unter der Haut nicht mehr richtig durchblutet, über die der Körper sonst überschüssige Wärme an die Umgebung abgibt. Fehlen 15 Prozent Wasser oder mehr, ist der Mensch schon nicht mehr lebensfähig.

Die Flüssigkeit ist im Körper nicht gleichmäßig verteilt: Rund zwei Drittel des gesamten Körperwassers befinden sich innerhalb der Zellen des Körpers, das restliche Drittel verteilt sich auf das Gefäßsystem, die Lymphe sowie auf den Umgebungsraum, der Zellen, das so genannte Zwischen- oder Bindegewebe.

Koffein täuscht vor

Über Ausscheidungen, Haut und Lunge verliert der Organismus täglich zwei bis drei Liter Wasser, die ersetzt werden müssen. Bei großer Hitze und hoher körperlicher Aktivität kann der Flüssigkeitsverlust sogar mehr als zehn Liter betragen.

Trink- und Mineralwässer, ungezuckerte Früchte- und Kräutertees, gespritzte Frucht- und Gemüsesäfte sind optimal, um den Durst zu löschen. Kaffee, schwarzer Tee und Cola sind hingegen keine Getränke im klassischen Sinne – sondern Genussmittel. Durch ihren Koffeingehalt steigt die Pulsfrequenz. Das Koffein in Kaffee und schwarzem Tee täuscht dem Gehirn ein Überangebot von Flüssigkeit im Körper vor – und verstärkt die Wasserausscheidung. Wer trotzdem auf seinen Kaffee nicht verzichten möchte, sollte zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser trinken.

Richtig trinken

Mineral- und Leitungswasser sollte nicht zu kalt getrunken werden. Denn etwas wärmere Getränke regen die Schweißproduktion – also einen weiteren Flüssigkeitsverlust – deutlich weniger an als kalte. Mit Wasser oder Mineralwasser versetzte Obst- oder Gemüsesäfte und Früchtetees im Verhältnis 1:3 werden von Ernährungsmedizinern als Getränk der Wahl empfohlen. Denn sie führen dem Körper neben Vitaminen auch wichtige Mineralstoffe zu, die unerlässlich sind für die Entgiftung des Körpers und für ein schlagkräftiges Immunsystem.

Alkoholische Getränke belasten Kreislauf und Stoffwechsel. Sie regen die Nierentätigkeit an, weitet die Gefäße und belastet somit das Herz. Zuckerhaltige Getränke wie Limonaden oder unverdünnte Säfte haben viele Kalorien und löschen durch ihren hohen Zuckergehalt den Durst meist kaum. (red, 13.1.2017)

  • Obstsäfte, im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt, sind ernährungstechnisch das ideale Getränk.
    foto: wikipedia/agricultural research service/publicdomain

    Obstsäfte, im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt, sind ernährungstechnisch das ideale Getränk.

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