Ärztekammer macht Kassen für Engpässe verantwortlich

    13. Jänner 2017, 10:29
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    Wechselberger kritisiert Spardoktrin und Weigerung der WGKK zur Abgeltung von Mehrleistungen

    Die Ärztekammer macht die Sozialversicherungen für die wegen der Grippewelle aufgetretenen Engpässe im Gesundheitswesen verantwortlich. Präsident Artur Wechselberger sieht in der Versorgungsmisere mit langen Wartezeiten bei den Ärzten, überlasteten Ambulanzen und Gangbetten in Spitälern eine Folge der Spardoktrin der Sozialversicherung.

    Als Beispiel führte Wechselberger am Freitag in einer Aussendung die Wiener Gebietskrankenkasse an, die sich weigere, Kassenärzten, die in Sonderschichten Patienten behandeln, den damit verbundenen Mehraufwand zu honorieren. Damit setze sich der größte soziale Krankenversicherungsträger über ein Grundprinzip hinweg, das für alle Normalsterblichen gelte, nämlich, dass mehr Leistung auch mehr koste. Der Zuschlag sei jedoch essenziell, schließlich gebühren den Ordinationsangestellten Zuschläge für Mehrarbeit.

    "Es reicht einfach nicht, medienwirksam nach längeren Öffnungszeiten und Versorgung am Wochenende zu rufen, ohne die Mittel für diese Mehrleistungen im niedergelassenen Bereich bereitzustellen", sagte Wechselberger. Es müsse jedem klar sein, dass eine Ausweitung des Praxisbetriebes auch Mehrkosten für den Praxisinhaber bedeute. Wien sei aber nur ein Beispiel. Der Ärztekammer-Präsident hält es vielmehr für eine generelle Linie des Hauptverbandes, "Mehrleistungen von Vertragspartnern zu bestrafen – sei es durch Leistungsbegrenzungen, degressive Honorarregelungen oder eben, wie in Wien, durch die Verweigerung von Honorarzuschlägen für Mehrarbeit".

    Wechselberger hielt der Sozialversicherung vor, gar kein Interesse daran zu haben, dass Kassenärzte über die vereinbarten Praxisöffnungszeiten hinaus arbeiteten, weil sie davon profitiere wenn die Patienten in die vorwiegend von den Ländern finanzierten Spitäler abwandern. "Die Verantwortlichen einer solchen Sparpolitik verfolgen ausschließlich die Eigeninteressen ihrer Einrichtungen und kümmern sich keinen Deut um die Verbesserung des gesamten Gesundheitssystems." (APA, 13.1.2017)

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