"Presse" startet Bezahlmodell für Online

13. Jänner 2017, 13:06
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Artikel werden ab März unter "Presse Premium" zum Kauf angeboten – 50 Cent pro Stück oder zehn Euro pro Monat

Wien – Mehrere Artikel pro Tag sollen die Nutzer von diepresse.com ab März nicht mehr gratis lesen, sondern bezahlen. Das hat DER STANDARD aus gut informierten Kreisen erfahren. In der aktuellen Samstagsausgabe informierte Chefredakteur Rainer Nowak die Leser der "Presse" über die Pläne. Schon ab Montag sollen, einhergehend mit einem grundlegenden optischen Relaunch der Seite, die künftigen "Premium"-Artikel als solche markiert werden.

Aktuelle Nachrichten werden demnach weiterhin kostenlos verfügbar sein, nur aufwendigere Exklusivgeschichten zum Verkauf angeboten werden. Ab 1. März werden diese "Premium-Artikel" teil eines Digitalabos, das 10 Euro pro Monat kosten soll. "In diesen Geschichten steckt besonders viel 'Presse': also Energie, Zeit und Rechercheaufwand", schreibt Nowak. Die Artikel können zudem einzeln gekauft werden.

"Presse" bestätigt

Gegenüber der APA bestätigte Nowak bereits am Freitag die Pläne. "Alles, was nachrichtlich getrieben ist, bleibt frei zugänglich", beschreibt Nowak das von Online-Chefredakteur Manuel Reinartz federführend entwickelte Konzept. Exklusive Onlineinhalte sollen künftig 50 Cent pro Stück kosten. Bis Anfang März kann gratis getestet werden.

Als "handverlesen" soll sich dieses Angebot deutlich von algorithmengesteuerten Newsfeeds abheben. "Presse"-Geschäftsführer Herwig Langanger verspricht "journalistische Stücke, die einzigartig sind". Die Redaktion stellt auch ihre Arbeitsweise auf das neue Angebot ab: Es gibt nicht mehr einen täglichen Redaktionsschluss, sondern mehrere über den Tag verteilte.

"Kleine Zeitung" als Vorreiter

Die "Presse" folgt mit dem "Premium"-Modell der "Kleinen Zeitung", die ebenfalls zum Styria-Konzern gehört. Auf kleinezeitung.at werden seit vergangenem Jahr "exklusive Inhalte" nur gegen Bezahlung angeboten. Das Digitalabo "Meine Kleine digital" kostet 18,99 Euro im Monat, Printabonnenten zahlen drei Euro zusätzlich, um uneingeschränkten Zugang zu den Onlineinhalten zu haben. (red, 13.1.2017)

  • Diepresse.com erhält ein Bezahlmodell.
    foto: screenshot diepresse.com

    Diepresse.com erhält ein Bezahlmodell.

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