Walkner neuer Zweiter, Peterhansel kollidierte mit Motorradfahrer

13. Jänner 2017, 11:16
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Salzburger liegt nun 30 Minuten hinter seinem KTM-Teamkollegen Sunderland – Peterhansel zum Unfall mit Slowenen Marcic: "Bin auf ihm stehen geblieben"

San Juan – Der Salzburger Matthias Walkner ist drauf und dran, seinen Traum von einem Podestplatz bei der Rallye Dakar zu verwirklichen. Auf der drittletzten Etappe am Donnerstag profitierte der KTM-Werkspilot auch vom Pech einiger Rivalen und verbesserte sich um zwei Positionen auf den zweiten Rang. Sein Teamkollege Sam Sunderland (GBR) fährt mit 30:01 Minuten Vorsprung dem 16. KTM-Sieg in Serie entgegen.

Der bisher zweitplatzierte Chilene Pablo Quintanilla (Husqvarna) büßte auf den 449 Sonderprüfungskilometern des 751 km langen Abschnitts von Chilecito nach San Juan (Argentinien) viel Zeit ein, ehe er wegen einer bei einem Sturz erlittenen Gehirnerschütterung aufgeben musste. Der Franzose Adrien van Beveren (Yamaha), zuvor Dritter, verlor mehr als 31 Minuten auf den Tagessieger Michael Metge (FRA/Honda) und fiel hinter Walkner zurück.

Für Walkner ist der Sprung auf das Podest das große Ziel. Insgesamt sei es laut Walkner keine leichte Etappe gewesen. "Nach rund 40 Kilometern waren alle verloren. Ich sah Sam, auch er wusste nicht wohin", berichtete der 30-Jährige.

Peterhansel kollidierte mit Motorradfahrer

Der Auto-Bewerb stand im Zeichen eines Unfalls mit Titelverteidiger Stephane Peterhansel. Der Gesamt-Zweite kollidierte mit dem slowenischen Motorradpiloten Simon Marcic (SLO), der einen offenen Unterschenkelbruch erlitt. Der Franzose und sein Co-Pilot blieben bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei Marcic.

"Wir alle waren wie verloren", sagte Peterhansel im Ziel. Dem Dakar-Veteranen – er gewann auch sechsmal auf dem Motorrad – wurde nach dem Unfall auf der 10. Etappe Zeit gutgeschrieben. Er übernahm dank Platz eins auch wieder die Gesamtführung. Zwei Tage vor dem Ende der Rallye in Buenos Aires hat Peterhansel 5:50 Minuten Guthaben auf seinen Landsmann Sebastien Loeb.

Die Kollision mit dem KTM-Fahrer Marcic hätte jedoch auch schlimmer ausgehen können. "Als er mich kommen sah, bremste er und stürzte. Ich bin auf ihm stehen geblieben", berichtete Peterhansel. Zumindest war Marcic bei Bewusstsein. Dass ein Bein gebrochen war, wurde indes schnell klar. Der Slowene wurde schließlich per Helikopter abtransportiert. "Danach war es nicht einfach, mit gutem Speed weiterzufahren", sagte Peterhansel.

Hitzeschlacht

Die Fahrer mussten 500 Kilometer bei mehr als 40 Grad absolvieren. Der am Donnerstag zweitplatzierte slowakische Motorradpilot Stefan Svitko, der Gesamt-Zweite des Vorjahres, musste nach der Zieldurchfahrt wegen eines Hitzeschlags ins Spital gebracht werden und schied damit aus.

Am Freitag sind 288 Kilometer auf Zeit zu bewältigen, danach sollten die Positionen in der Gesamtwertung bezogen sein. Der Schlussabschnitt führt am Samstag über 64 Kilometer nach Buenos Aires. Walkner war bei seinen ersten zwei Starts in dieser Extrem-Rallye durch eine Lebensmittelvergiftung bzw. einen Oberschenkelbruch im Vorjahr vorzeitig gestoppt worden. Er wäre der erste österreichische Spitzen-Motorradfahrer, der das Ziel der Dakar erreicht. (APA, 12.1.2017)

Rallye Dakar, Donnerstag

Motorräder

Gesamtwertung:
1. Sam Sunderland (GBR) KTM 28:07:59 Std.
2. Matthias Walkner (AUT) KTM +30:01 Min.
3. Gerard Farres (ESP) KTM 38:43
4. Adrien van Beveren (FRA) Yamaha 41:57
5. Joan Barreda (ESP) Honda 53:47

10. Etappe:

10. Walkner
12. Sunderland
13. Farres

Autos

Gesamtwertung:
1. Stephane Peterhansel/Jean Paul Cottret (FRA) Peugeot 24:58:43
2. Sebastien Loeb/Daniel Elena (FRA/MON) +5:50
3. Cyril Despres/David Castera (FRA) Peugeot 25:40

10. Etappe:

1. Peterhansel/Cottret 4:47:00 Std.
2. Loeb/Elena +7:28 Min.
3. Despres/Castera 10:01

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