Trump-Sammlung: US-Künstler entzieht seinem Werk die Autorenschaft

12. Jänner 2017, 19:35
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Der Künstler Richard Prince hat die Autorenschaft einer Arbeit zurückgezogen, die sich in der Kunstsammlung von Ivanka Trump und Jared Kushner befindet

New York – Musiker, Film- und Musicaldarsteller gehörten zu den ersten, die Donald Trump öffentlich ihren Widerstand mitteilten. Der gewählte US-Präsident, der bekanntlich selbst auf den ein oder anderen Auftritt in Film und Fernsehen zurückblicken kann, zeigte sich angesichts dessen durchwegs dünnhäutig: Auf Twitter lieferte er sich zuletzt Scharmützel mit Parteikollege Arnold Schwarzenegger und teilte gegen Hollywood-Diva Meryl Streep aus, die ihn zuvor bei der Golden-Globe-Verleihung kritisiert hatte.

Nun aber bekommen auch Tochter Ivanka Trump und Schwiegersohn Jared Kushner, den Donald Trump zu einem wichtigen Berater ernannte, Protest aus der Kunstszene zu spüren. Wie das Kunstmagazin "Monopol" berichtet, entzog der New Yorker Künstler Richard Prince (67) einem Werk, das er vor zwei Jahren an das Sammlerpaar Kushner-Trump verkauft hatte, die Autorenschaft und erstattete den Sammlern den Kaufpreis zurück.

Dabei handelt es sich um eine Arbeit aus einer Serie, für die der Künstler Instagram-Posts von Prominenten und Unbekannten sammelt, sie mit eigenen Kommentaren versieht und auf Leinwand druckt. Mitgeteilt hatte Prince den Entzug der Autorenschaft via Twitter, unverkennbar im sprachlichen Stil Trumps.

Wie "Monopol" berichtet, forderte der Kunstkritiker Jerry Saltz andere Künstler dazu auf, es Prince gleich zu tun. Der Entzug der Autorenschaft an Werken ist in den USA rechtlich auch nach dem Verkauf durch den Visual Artists Rights Act gedeckt. (stew, 21.1.17)

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