Mumok: Sinnlichkeit und Naturgeschichten

    12. Jänner 2017, 17:48
    1 Posting

    Das Mumok präsentierte sein Jahresprogramm für 2017

    Wien – Weibliche Positionen bestimmen die erste Hälfte des Jahres 2017 im Mumok. Der Höhepunkt ist hier wohl eine Ausstellung der Sammlung Verbund zur "feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre", die seit 2010 tourt, und nun in Wien Halt macht (ab Mai). Die darin verhandelten Themen holt parallel dazu die Künstlerin Hannah Black in die Gegenwart, die ausgehend von der "Geschichte der einzelnen Zelle" nach der sozialen Konstruiertheit von Körper und Geschlecht fragt.

    Zunächst befasst sich mit "Identitätskonstruktion" jedoch Jakob Lena Knebl. Auf "Sinnlichkeit" und "Begehrensräume" werde sie setzen, verriet die Künstlerin, als am Donnerstag im Mumok das Jahresprogramm präsentiert wurde. Ihre Schau Oh... (ab März) steht dabei nicht nur für den Fokus des Mumok, "österreichische Kunst im Kontext internationaler Entwicklungen zu verankern", sondern auch für den Gedanken, die eigene Kollektion beständig zu reflektieren: Knebl verknüpft Stücke daraus mit eigenen Arbeiten.

    Ähnliches tut dann auch der in Wien und New York lebende Künstler Martin Beck, der einerseits in rumors and murmurs (ab Mai) eigene Arbeiten vorstellt und andererseits als Künstlerkurator einer Sammlungsschau fungiert.

    Performance und Natur

    Im Juni gastiert im Mumok dann das Duo Fischerspooner, das, bekannt nicht zuletzt für seine Musik, eigentlich in der Performancekunst wurzelt. Unter dem Titel Sir thematisieren die New Yorker Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum, aber auch zwischen Kunst und Fiktion. Um Geschichts- und Naturbilder und deren Verhältnis dreht sich dann die Ausstellung Naturgeschichten (ab September), bevor sich ab November eine Schau dem Sammler Wolfgang Hahn widmet.

    Die Pressekonferenz am Donnerstag nutzte Mumok-Direktorin Carola Kraus schließlich auch, um einen Zuwachs zur Sammlung zu verkünden: Das Ehepaar Gertraud und Dieter Bogner entschied sich zur Schenkung der Friedrich-Kiesler-Sammlung an das Mumok. Die Werke werden weiterhin in der Kiesler-Privatstiftung als Dauerleihgabe gezeigt. (rg, 12.1.2017)

    Share if you care.