Neues Standortmarketing: Töchterle künftig Tirol-Koordinator

13. Jänner 2017, 06:00
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Der frühere Minister soll in Tirol für Synergien zwischen Tourismus, Wissenschaft und Wirtschaft sorgen

Absam – Zum Abschluss ihrer zweitägigen Regierungsklausur präsentierten Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) am Donnerstag erste Details zum Projekt "Lebensraum 4.0". Bisher firmierte diese Idee unter dem Titel "Tirol Haus" und bezeichnet die Zusammenführung von Tirol Werbung, Standortagentur sowie Agrarmarketing unter ein gemeinsames Dach. Damit solle die Effizienz gesteigert werden. Lebensraum 4.0, das in die Form einer GmbH mit Aufsichtsrat und Beirat gegossen wurde, geht nun noch einen Schritt weiter und bezieht neben den landeseigenen Institutionen auch die Universität Innsbruck, das Management Center Innsbruck sowie die Tiroler Wirtschaft mit ein.

Töchterle und Braun als Protagonisten

Herr oder Koordinator über dieses neue Konstrukt wird der ehemalige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle. "Es geht dabei nicht um eine Werbeplattform", sagt Platter. Ziel sei vielmehr, dass sich die wesentlichen Einrichtungen und Player in Tirol vernetzen, um Synergieeffekte zu nutzen. Als Politprofi mit universitärem Background will Töchterle den Vernetzer mimen: "Diese Rolle liegt mir, darin habe ich Erfahrung." Sein Nationalratsmandat will er vorerst behalten, in der nächsten Legislaturperiode jedoch nicht mehr kandidieren.

Mastermind ist Tourismuspionier Andreas Braun, von 1981 bis 1995 Chef der Tirol Werbung und danach Leiter der Swarovski Kristallwelten. Braun attestiert Tirol viel Potenzial: "Man kann heute im hintersten Pitztal eine Weltfirma gründen." Die Voraussetzungen seien gegeben, es gelte, sie zu nutzen und vermarkten.

Strukturen verschlanken

Vorerst wurden vier Schwerpunkte festgelegt: Mobilität, Energie und Digitalisierung, Regionalität sowie alpine Technologien. Im Aufsichtsrat, dem Platter vorsteht und in dem Braun als Stellvertreter agiert, sitzen acht Persönlichkeiten aus der Tiroler Wirtschaft, wie Gernot Langes-Swarovski, Ingeborg Hochmair, Chefin der Hörgeräteherstellerfirma Med-El, oder Touristiker Franz Tschiderer.

Während Platter Einsparungen in der Verwaltung durch etwaige Synergieeffekte ausschließt, bekräftigt Braun sehr wohl, die Strukturen verschlanken zu wollen, wenn sich dies anbiete. (ars, 13.1.2017)

  • Karlheinz Töchterle will in seiner Tiroler Heimat in Zukunft als Koordinator reüssieren.
    foto: apa / h

    Karlheinz Töchterle will in seiner Tiroler Heimat in Zukunft als Koordinator reüssieren.

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