"Swiss Mad Watch": Eine verrückte Uhr aus Käse und Kuhfell

    Video12. Jänner 2017, 17:31
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    Die Uhrenmanufaktur H. Moser & Cie. präsentiert die "Swiss Mad Watch": Ein absurder Beitrag zur emotionalen "Swiss Made"-Debatte in der eidgenössischen Uhrenindustrie

    Die Kriterien des Swiss Made-Labels für die Uhrenherstellung wurden zum 1. Januar 2017 geändert: 60 Prozent der Komponenten einer Uhr müssen Schweizer Ursprungs sein. Die Uhrenmanurfaktur H. Moser & Cie. aus Neuhausen am Rheinfall kritisiert die Schwächen dieses unzulänglichen Labels deutlich und verteidigt echte unabhängige Schweizer Uhrenhersteller.

    Für die Schaffhauser Manufaktur, deren Kreationen über 95 Prozent Schweizer Ursprungs, ist dieses Label zu lax; es biete keine Garantie, sorge für Verwirrung und begünstige Missbräuche. Aus diesen Gründen hat H. Moser & Cie. beschlossen, dass alle neuen ab 2017 kreierten Uhren nicht mehr das Swiss Made-Label tragen werden.

    Unruhestifter

    Die "Swiss Mad Watch" habe daher symbolischen Wert, sie führt die Swiss Made-Debatte auf die Spitze und offenbart die Realität hinter diesem Label, heißt es dazu in einer Aussendung des Unternehmens. Man möchte mit diesem Einzelstück die Dringlichkeit untermauern, Swiss Made wieder auf das frühere Niveau zurückzuführen.

    foto: h. moser & cie.
    Gehäuse: Käse mit itr2©-Verbundmaterial
    Durchmesser: 42,0 mm, Höhe: 9,4 mm Saphirglas
    Transparenter Saphirglasboden

    "Als Echo auf die Absurdität und Lächerlichkeit, die Swiss Made-Regelung zu ändern, betont die satirische Antwort von H. Moser & Cie. eine alternative Ressource", heißt es dort: 100 Prozent natürlich und komplett Schweizerisch, eine der kostbarsten Ressourcen der Schweiz: Kühe.

    1.081.291 – Schweizer Franken natürlich

    Das Gehäuse der Swiss Mad Watch besteht aus echtem Schweizer Käse, einem Vacherin Mont d’Or médaille d’or, der zusammen mit dem innovativen Verbundmaterial itr2 verarbeitet und anschließend poliert und mit den typischen H. Moser Finissagen veredelt wurde. Für das Armband war Schweizer Kuhhaut die naheliegende Wahl. Die Uhr ist mit einem roten Fumé-Zifferblatt mit doppelten Indizes bei 12, 3, 6 und 9 Uhr, die an die Schweizer Flagge erinnern, versehen.

    h. moser watches

    Edouard Meylan, CEO von H. Moser & Cie.: "Unsere Swiss Mad Watch sendet eine klare Botschaft an die Schweizer Uhrenbranche, die Behörden und Uhrenliebhaber: das Swiss Made-Label ist sinnlos. Noch schlimmer, es verleiht den schlimmsten Missbräuchen in unserer Branche Glaubwürdigkeit. Unsere Antwort auf dieses schwache und unzulängliche Label ist Spott. Bei H. Moser & Cie. fertigen wir wahre Schweizer Uhren; Uhren, die von traditioneller Uhrmacherkunst und jahrhundertelanger Erfahrung durchdrungen sind. Die Qualität dieser Uhren spricht für sich selbst und bedarf keines Labels. Wir sind nicht mehr "Swiss Made", aber wir sind Schweizerisch. 100 Prozent Schweizerisch im Falle der Swiss Mad Watch und über 95 Prozent Schweizerisch bei allen anderen Modellen", fasst Edouard Meylan zusammen.

    Ein Gag zur SIHH

    Die Swiss Mad Watch wird beim Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) von 16. bis 20 Januar 2017 präsentiert. Das ist die Gelegenheit, dieses Einzelstück mit einem Wert von 1.081.291 – Schweizer Franken, natürlich – zu bewundern. Der Preis spielt auf die Unterzeichnung des Schweizer Bundesbriefes am 1. August 1291 an.

    foto: h. moser & cie.
    Mechanisches Manufakturkaliber HMC 327 mit Handaufzug

    Mit dem gesamten Erlös aus dem Verkauf dieser Uhr werden unabhängige Schweizer Zulieferer der Uhrenbranche unterstützt, die aktuell unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage und dem Outsourcing nach Asien leiden. (max, 12.1.2017)

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