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Herbert – ein Käfer zum in Erinnerungen schwelgen

20. Jänner 2017, 14:04

Sein Name: Herbert. Sein Aussehen: rundlich, außen kanarienvogelgelb, innen braun. Seine Eigenschaften: eine jämmerliche Leistung, ein fragwürdiges Fahrverhalten und eine Heizung, die kaum wärmte. Dennoch schwelgt Thomas in den schönsten Erinnerungen, wenn er an den VW Käfer seiner Eltern zurückdenkt. Und so setzt der 50-jährige Grazer einiges daran, einen neuen alten Herbert zu finden.

Kreischende Farben waren damals, Anfang der 70er-Jahre, schwer in Mode. Ich kam gerade in die Schule, und mein Vater fuhr einen knallgelben VW Käfer mit einer heute bizarr anmutenden Velours-Innenausstattung in Braun. Er war übrigens der Meinung, dass nur Deutsche ordentliche Autos bauen könnten und nur ein Käfer ein gutes Winterauto wäre, weil ja das Gewicht des Heckmotors die Hinterräder belasten würde. Unerwähnt ließ er jedoch, dass das Fahrverhalten katastrophal, die Leistung erbärmlich und die Heizung ein Witz waren.

Der Traum vom Oldtimer

Nichtsdestotrotz: Herbert, so hieß der Wagen, brachte uns tapfer überallhin, auch zum Skifahren nach Heiligenblut, vereiste Scheiben inklusive. Er war mehr als ein Auto, er war ein Familienmitglied und ein treuer Diener, bis er im hohen Alter verkauft wurde. Letztes Jahr wurde ich selbst 50 Jahre alt. Große Festivitäten, Geschenke von Freunden und der Familie. Und ich beschenkte mich selbst: Ich wollte Herbert zurück, mit dem ich meine ganze Kindheit verbracht hatte.

Das Angebot an Käfern ist gigantisch, allein deshalb, weil der Käfer bis 2002 das meistverkaufte Auto der Welt war. Den für mich richtigen zu finden entpuppte sich dennoch als Sisyphusarbeit. Unverbastelt sollte er sein, wenige Vorbesitzer aufweisen, möglichst wenige Kilometer haben – und er sollte so schreiend gelb sein, wie Herbert es war. Als Finanzlimit für die Verwirklichung meines Traums vom Oldtimer hatte ich mir mit meinem Bankbetreuer 10.000 Euro ausgemacht – eine Kreditsumme, die ich bequem nebenher bestreiten konnte.

Verjüngungskur für den rüstigen Käfer

Fündig wurde ich dann in der Nähe von München. Ein Pensionist verkaufte seinen kanarienvogelgelben 1303er Käfer um 7.500 Euro. Zweitbesitz mit rund 120.000 Kilometern, quasi gerade erst eingefahren. Die Formalitäten waren mit der Versicherung schnell erledigt. Ich hielt das Überführungskennzeichen in Händen, der Wagen war versichert und bereit für seine Reise in die neue Heimat. Dröhnend hämmerte der Boxer-Motor bei 115 km/h auf der Heimfahrt, ich fühlte mich wie auf hoher See und es fing an zu nieseln. Der Scheibenwischer funktionierte nur auf der rechten Seite und der Käfer soff wie ein Kamel nach einer Sahara-Durchquerung.

Heute geht es unserem neuen Herbert richtig gut. Das Schöne: Ich verbringe wieder mehr Zeit mit meinem Vater, der mir hilft, den rüstigen Käfer herzurichten. 2.500 Euro Spielgeld habe ich noch aus dem Kleinkredit, um die Vergaser einstellen zu lassen, neue Radkappen zu kaufen, den Lack inklusive Fensterrahmen auszubessern und die Innenausstattung zu renovieren. Mal sehen, ob meinem Herbert die braune Veloursinnenausstattung steht.



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