E-Zigarette auf Theaterbühne trotz Rauchverbots erlaubt

12. Jänner 2017, 17:39
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Tabakgesetz setzt Grundrecht auf Freiheit der Kunst nicht außer Kraft

Wien – Auf Theaterbühnen gilt laut Tabakgesetz striktes Rauchverbot. "Und jetzt kommt's!" – Robert Rockenbauer, Präsident der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher, macht eine Kunstpause: "Nikotinfreie E-Zigaretten sind von dem Verbot ausgenommen." Welch "schlechtes Vorbild für die Jugend"! Rockenbauer, "entsetzt" ob des "gesetzeswidrigen" Verhaltens des Gesundheitsministeriums witterte am Donnerstag vor Journalisten einen "Skandal".

Im Gesundheitsministerium spricht man von Interpretation. Ja, das Rauchverbot gelte. Aber es setze nicht das Grundrecht auf Freiheit der Kunst außer Kraft. Um der Dramaturgie willen dürfen deshalb elektronische Glimmstängel zum Einsatz kommen. Wie sonst werde man Henrik Ibsens "Nora" oder den Zigarettenarbeiterinnen in "Carmen" gerecht? "Das animiert niemanden, mit dem Rauchen anzufangen, und gefährdet das Publikum nicht", sagt Sektionschef Gerhard Aigner.

Unter Theaterschaffenden ist man über die Regelung erfreut: "Dies erscheint uns als geeignetes Mittel, ohne szenische Stücke zu beeinträchtigen", sagt Franz Patay, Präsident des Wiener Bühnenvereins zum STANDARD. (cmi, 12.1.2017)

  • Ibsens Nora raucht E-Zigarette (Symbolfoto).
    foto: dpa / marcus brandt

    Ibsens Nora raucht E-Zigarette (Symbolfoto).

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