US-Geheimdienste prüfen Bericht über belastendes Material zu Trump

12. Jänner 2017, 15:13
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Künftiger US-Präsident dementiert Erpressbarkeit durch Russland energisch

Washington – Allen Dementis zum Trotz muss sich der künftige US-Präsident Donald Trump weiter mit Berichten über belastendes Material in den Händen Russlands auseinandersetzen. Die Geheimdienste hätten noch kein Urteil darüber getroffen, ob die entsprechenden Informationen "glaubwürdig" seien, erklärte US-Geheimdienstdirektor James Clapper am Mittwoch nach einem Gespräch mit Trump.

Dieser attackierte Medien und Geheimdienste seines Landes für die entsprechenden Veröffentlichungen. Clapper erklärte, er habe Trump am Mittwochabend seine "tiefe Bestürzung" über die Medienberichte zum Ausdruck gebracht. Er sei sich mit Trump einig gewesen, dass die Berichte "äußerst zerstörend und schädlich für unsere nationale Sicherheit" seien. Clapper geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Informationen nicht von den US-Geheimdiensten an die Medien weitergegeben wurden.

Trump hatte zuvor die US-Geheimdienste verdächtigt, Informationen über das angebliche russische Dossier mit belastendem Material lanciert zu haben. Derartige Durchstechereien seien "schändlich" und "illegal", sagte Trump am Mittwoch auf seiner ersten Pressekonferenz seit dem Wahlsieg im November. Das kompromittierende Material, über das der Kreml angeblich verfügen soll, war das dominierende Thema der Pressekonferenz, was Trump sichtlich empörte.

US-Medien hatten unter Berufung auf US-Geheimdienste berichtet, Russland verfüge über belastende Informationen über das Privatleben und die Finanzen des Immobilienmilliardärs. Demnach könne Trump durch das heikle Material erpressbar sein. Die russische Regierung wies die Berichte als "Lügengeschichten" zurück.

"Keimphobie"

In den Berichten ist unter anderem von einem Sexvideo mit russischen Prostituierten in einem Moskauer Hotelzimmer von Trump die Rede. Trump sagte, bei Reisen nach Russland sei er immer sehr vorsichtig gewesen, da es in Hotelzimmern und andernorts "wahrscheinlich Kameras gibt." Außerdem habe er eine "Keimphobie", sagte er scherzhaft über die in dem Memo beschriebenen Sexpraktiken.

Der künftige US-Präsident weigerte sich, die Frage eines CNN-Reporters zu beantworten. Er warf dem US-Sender vor, "Fake News" zu verbreiten. CNN hatte lediglich berichtet, dass Russlands angebliche Informationen über Trump Thema eines Gesprächs zwischen Trump und US-Geheimdienstchefs gewesen seien.

In voller Länge hatte das Webportal "Buzzfeed" das 35-seitige Papier in Umlauf gebracht, das Trump als einen "Haufen Müll" bezeichnete. Erstellt wurde dieser Bericht nach Informationen des "Wall Street Journal" von dem früheren britischen Agenten Christopher Steele. Der Mann leite inzwischen die Londoner Firma Orbis Business Intelligence, berichtete das Blatt.

Zuvor hatten US-Medien berichtet, dass der 35-seitige Bericht über Trump von einem früheren Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 zusammengestellt worden sei. Dessen damalige Arbeit werde von US-Geheimdienstmitarbeitern als vertrauenswürdig eingestuft.

Während Trump jegliches Fehlverhalten genauso bestritt wie russische Informationen darüber, übte er dennoch Kritik an Russland. Er räumte auf der Pressekonferenz erstmals ein, dass Russland hinter Hacker-Angriffen während des US-Wahlkampfes stecke. An seinem Vorhaben, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, wolle er aber festhalten, sagte Trump. Ein gutes Verhältnis zu Russlands Präsident Wladimir Putin wäre demnach "ein Vorteil, keine Belastung". (APA, 12.1.2017)

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