Demdike Stare: Gänsehaut auf, Schuhe aus

13. Jänner 2017, 09:00
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Das düstere britische Elektronikduo geht tanzen

Manchester war in der Musikwelt tendenziell (und zwar stark tendenziell) immer schon für eine gewisse soundästhetische Ruppigkeit bekannt. Die Tradition führt herauf von The Fall und Joy Division über die frühe Begeisterung für Rave und Techno bis zu dem seit 2002 existierenden Label Modern Love. Dieses bietet nicht nur kommerziell erfolgreiche und eher dem angenehm klingenden Konsens zugeneigte Acts wie Andy Stott, der diverse stilistische Errungenschaften wie Grime, Jungle und, Obacht, "Intelligent Techno" mit dem ätherischen Electronic Pop eines Yellow Magic Orchestra oder mit esoterischer Gothic-Liedermacherei der 1980er-Jahre zu verbinden weiß. Stichworte: This Mortal Coil, Cocteau Twins.

modern love

Mit den Labelkollegen Sean Canty und Miles Whittaker, die gemeinsam unter dem nach einer berühmten britischen und sehr bösen Hexe benamsten Signet Demdike Stare arbeiten, hat Andy Stott auch zwei eher der dunklen Seite des Mondes zugeneigte Brüder im Geiste. Das Album Wonderland bietet nach ihrer Testpressing-Reihe nach den gewohnten Grusel-Ambient- und Dröhnland-Sounds früherer Arbeiten wie Elemental diesmal düstere Dancefloor-Tracks. Zwischen Digital Hardcore, schönstem reinem Lärm, digitalem jamaikanischem Dancefloor sowie Dunkelmann-Techno, Ragga, Dancehall und guten alten 90er-Jahre-Breakbeats zieht es einem im Wonderland nicht nur die Gänsehaut auf, sondern auch die Schuhe aus. (schach, 13.1.2017)

  • Demdike Stare – Wonderland (Modern Love)
    foto: modern love

    Demdike Stare – Wonderland (Modern Love)

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