"Skywalker": Forscher entdeckten neue Gibbonart in China

Video12. Jänner 2017, 11:54
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Bestand der Spezies aus der Gattung der Weißbrauengibbons auf nur 200 Exemplare geschätzt

Peking – Forscher haben in den tropischen Wälder im Südwesten Chinas einen neuen Gibbon identifiziert. Die Tiere wurden schon seit längerem untersucht, doch erst jetzt konnten sie eindeutig als eigene Spezies aus der Gattung der Weißbrauengibbons klassifiziert werden.

Das Forscherteam um Fan Peng-Fei von der Sun-Yat-sen Universität in der Provinz Guangdong hatte bereits vermutet, dass es sich bei der Affenpopulation im Gaoligongshan-Naturschutzgebiet in der Provinz Yunnan um eine eigenständige Art handeln könnte: Subtile Unterschiede bei den typischen Gesichtsmarkierungen und der Behaarung deuteten darauf hin. Gewissheit brachten nun genetische Analysen.

Bei der Namensgebung outeten sich die Primatologen als Fans der Filmreihe "Star Wars": Die Art, die auch in Teilen Myanmars vorkommt, heißt nach dem Filmhelden Luke Skywalker nun im englischen Trivialnamen Skywalker Hoolock Gibbon. Die wissenschaftliche Bezeichnung Hoolock tianxing lässt sich etwa mit "Himmelsbewegung" übersetzen, wie die Forscher im "American Journal of Primatology" schreiben.

zsl - zoological society of london

Gefährdete Art

Andere Weißbrauengibbonarten sind in Bangladesch, Indien, China und Myanmar beheimatet. Sie verbringen die meiste Zeit in den Baumkronen oder schwingen durch die Wälder. Die neue Art, die die Forscher in der chinesischen Provinz Yunnan untersuchten, unterscheidet sich von ihren nahen Verwandten, den Östlichen Weißbrauengibbons und den Westlichen Weißbrauengibbons nicht nur im Aussehen: Auch einige ihrer Laute klingen anders.

Die Forscher schätzen, dass es etwa 200 Skywalker Gibbons in China gibt. "Die geringe Anzahl überlebender Tiere und die Bedrohung durch Lebensraumverlust und Jagd bedeuten, dass sie als gefährdete Art eingestuft werden müssen", sagte Koautor Sam Turvey von der Zoologischen Gesellschaft London zur BBC. (red, APA, 12.1.2017)

  • Ein weibliches Exemplar des neu entdeckten Gibbons in Yunnan, China.
    foto: fan pengfei/zsl

    Ein weibliches Exemplar des neu entdeckten Gibbons in Yunnan, China.

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