Agrana-Chef Marihart will mit Kapitalerhöhung Wachstumspläne stützen

12. Jänner 2017, 11:38
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Datum für Kapitalerhöhung offen – "Warten auf richtigen Zeitpunkt" – Konzern rechnet nach drei Quartalen in Segmenten Frucht und Stärke mit höchsten Ergebnissen der Unternehmensgeschichte

Wien/Mannheim – Der Vorstandschef des börsenotierten Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzerns Agrana, Johann Marihart, hat für den Stärke- und Fruchtbereich nach drei Quartalen fürs gesamte Geschäftsjahr 2016/17 das stärkste Ergebnis der Unternehmensgeschichte angekündigt. Das insgesamt höchste Jahresergebnis der Agrana-Historie werde es aber nicht, obwohl das Zuckersegment auch wieder deutlich über dem Vorjahr liegt.

Einen konkreten Zeitpunkt für die vorgesehene Kapitalerhöhung wollte Marihart nicht nennen. Der Plan könnte den Streubesitz von derzeit 7 auf 20 Prozent erhöhen. Die Kapitalerhöhung aus dem genehmigten Kapital könnte in Höhe von bis zu 10 Prozent erfolgen, sagte Marihart im APA-Gespräch. Das Kernaktionärssyndikat aus Raiffeisen und Südzucker hält insgesamt 86 Prozent an der Agrana.

Südzucker hält direkt zudem weitere 6,5 Prozent – "mit einer Zusage, diese wieder am Markt zu platzieren", sagte Marihart. Für die Kapitalerhöhung werden man "auf den geeigneten Zeitpunkt warten". Ziel sei es, "dadurch die Wachstumspläne, sei es durch organisches Wachstum oder durch Akquisitionen kapitalmäßig zu unterstützen".

Zufrieden

Mit der Ergebnisentwicklung des Konzern zeigt sich der Langzeit-Vorstandschef aktuell sehr zufrieden. "Für das Gesamtjahr erwarten wir ein deutlich besseres Ergebnis." Das EBIT (Ergebnis der Betriebstätigkeit) werde rund 10 Prozent über dem Geschäftsjahr 2015/16 liegen. "Derzeit sind wir 26 Prozent darüber; beim Konzernergebnis sogar 34 Prozent", so Marihart. Das EBIT nach neun Monaten im laufenden Geschäftsjahr ist mit 137,7 Millionen Euro bereits höher, als jenes im gesamten vorigen Geschäftsjahr mit 129 Millionen Euro.

Besonders wichtig ist das Zucker-Segment. Hier ist Marihart zwar mit dem EBIT zufrieden. "Bei der EBIT-Marge sind wir aber noch nicht, wo wir hin wollen." Diese liegt derzeit bei 4,3 Prozent – werden sollen es 7 bis 8 Prozent. Die Rübenernte sei aber eine sehr gute: "Wir rechnen damit erstmals mehr als eine Million Tonnen Rübenzucker zu produzieren." Vor allem sei man auch für das Aus der Zuckerquoten per Ende September 2017 gut vorbereitet, betonte Marihart.

Bei der Stärke liegt man bei der Ebit-Marge bei 10,5 Prozent. "Das freut uns besonders", sagte der Vorstandschef. Das hohe Vorjahresergebnis werde getoppt, obwohl man sich gar nicht so sicher gewesen sei, ob das überhaupt möglich sei. Der Erfolgt hierbei kommt aus der Spezialitätenstrategie. Mehr Produkte gehen in Spezialbereiche. Dort ist die Preissensibilität bei günstigen Rohstoffkosten nicht so hoch. "Bei Spezialitäten wird das nicht so weitergegeben wie bei Commodities."

Gestraffte Strukturen

Im Fruchtbereich hat die Agrana laut Marihart ihre Strukturen insbesondere in Europa so gestrafft, "dass wir in einem an und für sich nicht wachsenden bis leicht schrumpfenden Markt trotzdem wachsen. Weil wir an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen haben, gewinnen wir Marktanteile." Großes Thema seien Innovationen im Speiseeisbereich und Fruchtzubereitungen für Frühstücks- und Kaffeeketten. Hier spiele ein Zukauf vom Herbst in Argentinien eine Rolle. Im südamerikanischen Land werden neue Produkte getestet. Sind diese dort erfolgreich, werden sie "am südamerikanischen Kontinent oder auch weltweit ausgerollt".

Bei Fruchtzubereitungen hat Agrana weltweit einen Marktanteil von einem Drittel und in Europa von einem Viertel, in den USA bei 40 Prozent. Insgesamt investiert der Konzern jährlich 125 bis 130 Millionen Euro. Dieser Wert liegt laut Marihart weit über dem Abschreibungsniveau von 80 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl weltweit sank vom Vorjahr mit 8.837 auf derzeit rund 8.692. (APA, 12.1.2017)

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