Hungerkrise im südlichen Afrika laut Helfern am Höhepunkt

12. Jänner 2017, 11:01
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Care: Rund 1,3 Millionen Kinder benötigen dringend Behandlung gegen Mangelernährung

Maputo/Harare/Antananarivo – Nach der schlimmsten Dürre seit 35 Jahren sind nach Angaben der Hilfsorganisation Care 40 Millionen Menschen im südlichen Afrika von einer akuten Hungerkrise bedroht. "Die verfügbaren Gelder decken den enormen Bedarf bei weitem nicht", warnte Marc Nosbach, Care-Länderdirektor in Mosambik. Ihm zufolge fehlen 500 Millionen Euro.

Seine Organisation habe in den betroffenen Ländern Mosambik, Madagaskar, Malawi und Simbabwe knapp eine Million Menschen mit akuter Überlebenshilfe erreicht. Allein in Simbabwe unterstütze Care ein Viertel der betroffenen Bevölkerung mit Nahrung und Bargeld.

Nächste Ernte nicht vor März

Die nächste Ernte wird nicht vor März erwartet. Vor allem Mädchen verpassen den Schulunterricht, um Essen und Wasser zu suchen. Frauen würden sich vermehrt prostituieren, um Geld und Nahrungsmittel zu beschaffen.

Etwa 1,3 Millionen Kinder benötigen laut Nosbach dringend Behandlung gegen Mangelernährung. Die Hälfte der Bevölkerung lebe von weniger als einem Euro pro Tag.

Mit Hilfsgeldern sollten aber auch künftige Risiken minimiert und die Widerstandsfähigkeit der Menschen gestärkt werden, sagte der Entwicklungshelfer. Der Teufelskreis aus Armut, Klimawandel und Nahrungsunsicherheit müsse langfristig durchbrochen werden."

Ohne ausreichend finanzielle Mittel können wir diese Hilfe nicht leisten. Mehr Menschen werden an Hunger leiden und Kinder irreparable Schäden aufgrund von Unterernährung mit sich tragen", sagte Nosbach. (APA, 12.1.2017)

  • Ein Teufelskreis aus Armut, Klimawandel und Nahrungsunsicherheit führt im südlichen Afrika zu einer humanitären Katastrophe.
    foto: apa/afp/fadel senna

    Ein Teufelskreis aus Armut, Klimawandel und Nahrungsunsicherheit führt im südlichen Afrika zu einer humanitären Katastrophe.

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