Experten: "Entengrütze" hat großes Nahrungspotenzial

14. Jänner 2017, 12:30
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Wasserlinsen sind nahrhaft und vermehren sich rasant, ohne neue Ackerflächen zu beanspruchen

Jena – Schon mal was von Wolffia globosa gehört? Besser bekannt ist die kleine wurzellose Wasserlinse unter der Bezeichnung Entengrütze – denn die in stehenden Gewäßern vorkommenden eiweißreichen Gewächse dienen Enten und Gänsen, aber auch Fischen als willkommene Nahrungsquelle.

Forscher der Universität Jena haben nun das Potenzial verschiedener Wasserlinsenarten für die menschliche Ernährung untersucht. Die Ergebnisse sind vielversprechend, wie sie im Fachblatt "Food Chemistry" berichten. "Wasserlinsen könnten durchaus als Proteinquelle für die menschliche Ernährung dienen", sagt Gerhard Jahreis von der Universität Jena.

Nahrhaftes Gewächs

Wasserlinsen sind in ihrem Proteingehalt vergleichbar mit Lupine, Raps oder Erbsen – der Proteinertrag liegt bei etwa 30 Prozent der Trockenmasse. Außerdem enthalten die kleinen Pflänzchen Omega-3-Fettsäuren wie Stearidonsäure und alpha-Linolensäure. Für eine Nutzung der Pflanzen in der menschlichen Ernährung spreche zudem, dass sie problemlos Spurenelemente aufnehmen könnten, die im Wasser gelöst sind, so die Forscher.

"Die Wasserlinsen vermehren sich sehr rasch, benötigen aber keine zusätzlichen Anbauflächen", sagt Klaus Appenroth (ebenfalls Uni Jena). Angesichts schwindender Ackerflächen sei das ein enormer Vorteil. In asiatischen Ländern wie Thailand, Kambodscha und Laos würden Wasserlinsen bereits seit Jahrtausenden auf dem Speiseplan stehen.

Bislang würde die "Entengrütze" allerdings nicht kultiviert, sondern einfach von Gewässern geerntet. In den Untersuchungen der Wissenschafter schnitt die Art Wolffia globosa am vielversprechendsten ab. Diese Pflanze nur 0,7 bis 1,5 mm groß, von kugeliger Gestalt und hat keine Wurzeln. Sie vermehrt sich so rasch, dass sie in kurzer Zeit ganze Gewässeroberflächen bedeckt. (red, 14.1.2017)

  • Wolffia globosa im Labor – und im Teich Ihres Vertrauens.
    foto: jan-peter kasper/fsu

    Wolffia globosa im Labor – und im Teich Ihres Vertrauens.

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