Mediaset: Vivendi sucht Einigung mit Berlusconi

11. Jänner 2017, 18:11
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Ex-Premier sollen Aktien des französischen Medienkonzerns angeboten werden

Rom/Mailand – Der Chef von Vivendi, Vincent Bollor, denkt, dass Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi, Eigentümer der Mailänder TV-Gruppe Mediaset, ihm einen Anteil an seinem Konzern anbieten könnte. Damit soll der Streit um die geplatzte Übernahme von Mediasets Bezahlsender Premium beigelegt werden.

Die Gerüchte über Bollores Pläne beflügelten die Mediaset-Aktie an der Mailänder Börse, die am Mittwoch um 6 Prozent auf 4,476 Euro zulegte. Vivendi wollte die Medienindiskretionen nicht kommentieren. Vivendi hatte in wenigen Tagen seinen Anteil an Mediaset von drei auf 29,7 Prozent aufgestockt. Vivendi ist damit zum zweitstärksten Aktionär von Mediaset nach Berlusconis Fininvest-Holding mit einer 39,7-prozentigen Beteiligung aufgerückt. Vermutet wird, dass Vivendi seinen Anteil weiterhin aufstocken will.

Übernahme-Schlacht

Seit Wochen tobt eine offene Schlacht zwischen Berlusconi und Bollore. Im Sommer ließ Vivendi eine schon vereinbarte Übernahme des zu Mediaset gehörenden Pay-TV-Senders Premium platzen. Vivendi bezweifelte plötzlich die finanzielle Bewertung und wollte nun lieber 15 Prozent an der ganzen Gruppe. Mediaset lehnte ab und verklagte Vivendi auf Schadenersatz von 570 Mio. Euro.

Eigentlich wollten die Unternehmen eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten schaffen. Italienische Medien hatten von einem "europäischen Netflix" gesprochen. Doch der Deal ist gescheitert. Nun will Vivendi stattdessen maßgeblichen Einfluss bei Mediaset erlangen. Die Berlusconi-Familie sieht dies als "feindliches" Manöver und hat sowohl die italienische Justiz als auch die Börsenaufsicht eingeschaltet. (APA, 11.1.2016)

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