Steirischer Militärkommandant: Endlich die "langersehnten Mittel"

11. Jänner 2017, 18:06
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Brigadier Zöllner: "Gleichzeitigkeit" der Einsätze wie Airpower und Assistenzeinsatz im Grenzraum war fordernd

Graz/Wien – Eine Einsatzbilanz wie selten und einen aus Heeressicht erfreulichen Blick in die Zukunft legte der steirische Militärkommandant Brigadier Heinz Zöllner am Mittwoch beim 35. Neujahrsempfang in der Gablenzkaserne vor: Grenzassistenzeinsatz, Unwetterhilfe in Stanz, Flugshow Airpower auf der "Positiv erledigt"-Seite und gleichzeitig die "langersehnte" finanzielle Höherdotierung des Verteidigungsressorts.

Der vom Militärkommando seit September 2015 geführte sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsatz im Grenzraum zu Slowenien habe den Einsatz von bis zu 960 Kräften erfordert, sagte Zöllner. Dabei hob der Brigadier das "eingespielte Verhältnis zu den Behörden und Einsatzorganisationen, vor allem zur Landespolizeidirektion Steiermark, hervor. Die Bewältigung der Migrationsströme werde auch in den kommenden Jahren eine wichtige Aufgabe des Heeres darstellen. Anspruchsvoll sei die Gleichzeitigkeit der Ereignisse gewesen: Assistenz und Unterstützungsleistungen für das Innenministerium, Aufräumarbeiten nach großen Schneebruchmengen in steirischen Wäldern oder die Hilfe nach den Unwettern in der obersteirischen Stanz.

Motivation gestiegen

Die zweitägige Flugshow Airpower in Zeltweg habe mit rund 150.000 Besuchern pro Tag ohnehin schon hohe Sicherheitserfordernisse gehabt. Durch die Anschläge in Nizza und in Bayern im Sommer 2016 gewarnt, wurden Blockaden der Zufahrtsstraßen mit Panzern und – erstmals – lückenlose Zutrittskontrollen vorbereitet. "Dieses Kontrollverfahren in wenigen Stunden, an 225 Einzelkontrollstellen kompetent, genau und freundlich abzuwickeln war für das Jägerbataillon Steiermark sehr herausfordernd, aber es wurde nahezu perfekt bewältigt", lobte Zöllner. Die Schulung dafür sei durch das Jägerbataillon 18 aus St. Michael und die Militärstreife erfolgt. Unter dem Aspekt der jahrelangen Reduzierungen gesehen, sei ein Erfolg nur "unter außergewöhnlichen zeitlichen Belastungen" möglich gewesen.

Das Ende der Sparmaßnahmen – die Zöllner seit Jahren fast schon traditionell zum Neujahrsempfang gefordert hatte – habe zusätzliche Motivation für alle Truppen in der Steiermark gebracht. Darüber hinaus sei auch wieder die Führungskompetenz des Militärkommandos gestärkt worden. Mit dem Jägerbataillon 18 habe man einen leistungsfähigen Verband unterstellt bekommen. Die Stärkung der Miliz erhöhe auch die Fähigkeit zum Raum- und Objektschutz: Neben dem schon bisher zur Verfügung stehenden Jägerbataillon Steiermark "Erzherzog Johann" wurden die Jägerkompanie Deutschlandsberg und die Wachkompanie Belgier-Kaserne in Graz neu aufgestellt.

Der von Minister Hans Peter Doskozil (SPÖ) "herausverhandelte, langeersehnte Budgetaufwuchs" werde am Investitionsweg bereits wirksam: "Neue Kampfhelme, Fahrzeuge und anderes Gerät sind bereits bei der Truppe", meldete Zöllner. Auch die angelaufene Personaloffensive zeige Wirkung: "Die Zahl der Pilotenanwärter hat sich um 300 Prozent erhöht, die Zahl der Kaderanwärter ist wesentlich gestiegen und auch der Anteil der Zivildiener sinkt wieder spürbar", so der Brigadier. (APA, 11.1.2017)

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