Kunsthalle Wien: Mehr als nur Worte über das Zusammenleben

11. Jänner 2017, 17:27
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Nicolaus Schafhausen und sein Kuratorenteam stellten das Jahresprogramm für 2017 vor

Wien – In der "sehr expliziten gesellschaftspolitischen Verortung" sieht Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien, ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal seines Hauses. Im Jahresprogramm 2017, das auf einer Pressekonferenz am Mittwoch vorgestellt wurde, untermauert diese Haltung nicht zuletzt eine im Mai startende Themenausstellung namens How To Live Together. Kuratiert von Schafhausen, versammelt sie "Zeugnisse kollektiver und individueller Erfahrungen, von Flucht, Migration, Ausgrenzung aber auch von Solidarität und Vielfalt".

Den Anfang macht jedoch im Februar der Künstler Marcel Odenbach. Beweis zu nichts – nach einem Gedicht Ingeborg Bachmanns – heißt seine Schau, aber auch ein Video, das Odenbach über das Buchenwald-Mahnmal drehte. Ein Kontrastprogramm dazu bietet die Ausstellung Mehr als nur Worte [Über das Poetische], die durch die Brille des Linguisten Roman Jakobson und ausgehend von dessen Idee der "poetischen Funktion" der Sprache auf Kunst blickt. Am Karlsplatz startet indes im März die erste Österreich-Personale von Camille Henrot.

Ebendort ist im Sommer der Beitrag der Kunsthalle zur zweiten Auflage der vom Mak ausgerichteten Vienna Biennale zu sehen. Work it, feel it! heißt eine Schau zu den Auswirkungen von Automatisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt nicht zuletzt auf den menschlichen Körper. Auch als Anknüpfung daran ist die Ausstellung der Designerin Ineke Hans ab September zu verstehen, die unter dem Titel Was ist Loos? nach der Zukunft des Designs fragt. Nachgeholt wird, weil sie 2016 aufgrund feuerpolizeilicher Komplikationen ausfiel, im November eine Schau des Klangkünstlers Florian Hecker.

Ausgebaut wird, so Schafhausen, das Vermittlungsprogramm, vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene, die die Hauptzielgruppe der Kunsthalle ausmachten. Teil des Veranstaltungsprogramms im Jahr 2017 ist aber auch etwa eine neu eingerichtete Vortragsreihe "Kunstgeschichte heute", die keinen neuen Kanon etablieren möchte, sondern "subjektive Annäherungen" an die Gegenwartskunst bietet. (rg, APA, 11.1.2017)

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