Sternenkollision könnte 2022 den Nachthimmel erhellen

11. Jänner 2017, 18:43
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Forscher prognostizieren eine Rote Nova im Sternbild Schwan, die heller als der Polarstern erscheinen könnte

Grand Rapids / Wien – Geht es nach Astronomen um Lawrence Molnar vom Calvin College in Grand Rapids, Michigan, könnte uns in etwa fünf Jahren ein spektakuläres Ereignis bevorstehen: Nach Berechnungen der Forscher werden dann die beiden Sterne des Doppelsystems KIC 9832227 rund 1800 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Schwan kollidieren.

Das Ergebnis dieser Verschmelzung wäre eine sogenannte Rote Nova, deren Leuchtkraft auf das 10.000-Fache des derzeitigen Zustands von KIC 9832227 anwachsen würde. Von der Erde aus würde man sie monatelang mit freiem Auge am Nachthimmel sehen können – sie könnte sogar den Polarstern in den Schatten stellen.

Eng umschlungen

Wie Molnar und Kollegen kürzlich bei einer Fachtagung der American Astronomical Society im texanischen Grapevine berichteten, weist einer der Sterne 1,4 Sonnenmassen auf, der kleinere kommt auf etwa ein Drittel unserer Sonne. Nach der Auswertung von Beobachtungsdaten aus 15 Jahren und der Analyse der periodischen Helligkeitsschwankungen gehen sie davon aus, dass sich die Sterne in einer Umlaufzeit von elf Stunden umkreisen – und sich dabei bereits berühren.

"Es ist eine einmalige Chance, eine solche Vorhersage ist noch nie zuvor gelungen", sagte Molnar. Wenn die Prognose stimmt, hätten Forscher die Gelegenheit, den gesamten Verschmelzungsprozess zu beobachten und neue Details über Rote Novae aufzuklären. Molnar: "Es wäre eine dramatische Veränderung am Himmel – und man wird kein Teleskop brauchen, um mir sagen zu können, ob ich recht hatte oder nicht." (dare, 11.1.2017)

  • Ein Vorgeschmack: Aufnahme der Roten Nova V838 Mon aus dem Jahr 2002.
    foto: nasa / hubble heritage team

    Ein Vorgeschmack: Aufnahme der Roten Nova V838 Mon aus dem Jahr 2002.

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