Dschungelshow: Viel Schleim um nichts

12. Jänner 2017, 08:00
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Für mehr Aufmerksamkeit und zum Wohl aller verspeisen ab Freitag auf RTL wieder Menschen, denen vor nichts graust, Schlatz und grausige Tiere. DER STANDARD beantwortet dazu zehn brennende Fragen

Frage: Wie wird das Wetter in Australien?

Antwort: Die nächsten 14 Tage heiß und feucht. Temperaturen bis zu 35 Grad sind vorhergesagt, bei einer Luftfeuchtigkeit um die 85 Prozent fühlt sich das wie in einem Backofen an.

Frage: Warum ist das wichtig?

Antwort: Weil von Freitag bis 28. Jänner in der Nähe des Kaffs Murwillumbah, 132 Kilometer südlich von Brisbane, zwölf Kandidaten an der elften Ausgabe von Ich bin ein Star – holt mich hier raus! teilnehmen.

Frage: Muss ich die Kandidaten kennen?

Antwort: Wenn Sie zu den regelmäßigen Konsumenten grellbunter Wegwerfliteratur gehören, wäre es geradezu eine Schande, sagten Ihnen Namen wie Marc Terenzi, Florian Wess, Jens Büchner, Kader Loth oder Gina-Lisa Lohfink nichts. Ist das nicht der Fall, brauchen Sie sich nicht zu schämen. Nirgendwo sonst als im Dschungel sind Namen mehr Schall und Rauch.

Frage: Warum ist das so beliebt?

Antwort: Als Sozialexperiment ist das jährliche Gipfeltreffen von Menschen einzigartig, die einerseits ihre Großmutter für ein wenig Aufmerksamkeit und Gagen bis zu 200.000 Euro verkaufen würden, andererseits Känguruhoden schlabbern, nur damit die Gruppe nicht hungern muss.

Frage: Die Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich geben seit Jahren Ezzes. Wie geht das?

Antwort: Gagautoren machen's möglich. Micky Beisenherz und Jens Oliver Haas haben in den zwei Wochen gut zu tun: Jeden Tag die Moderation für eine zweistündige Show zu schreiben ist kein Kinderspiel.

Frage: Welche Werber tummeln sich im Dschungel, und was kostet das?

Antwort: Opel, Seat und Rewe trauen sich 2017 erstmals in den Dschungel. Erstmals schalten wird auch das Diätprogramm Weight Watchers. Bahlsen mit PickUp und McDonald's sind dort schon Dauergäste. Ein klassischer Werbespot mit 30 Sekunden kostet mindestens 78.300 Euro. Der teuerste 30-Sekünder kommt auf 126.600 Euro, das sind immerhin rund 5000 Euro weniger als beim Jubiläum im vergangenen Jahr.

Frage: Wer muss wirklich dran glauben?

Antwort: In einer britischen Dschungelshow-Staffel tummeln sich angeblich 3,92 Millionen Insekten. Bei Dschungelprüfungen dort bekommen 2,5 Millionen Mehlwürmer, 250.000 Kakerlaken, 153.000 Grillen, 500 Ratten, 400 Spinnen und 30 Schlangen ihren (letzten) Auftritt im TV. Für die RTL-Show werden es wohl ähnlich viele sein.

Frage: Wo wird noch Dschungel gespielt?

Antwort: Die Briten fanden schon den 16., Australien wählt bald den zweiten Dschungelkönig.

Frage: Ist es möglich, dass ein österreichischer Sender irgendwann eine eigene Dschungelshow ausrichtet?

Antwort: Eher unwahrscheinlich. Nicht, dass es keine Kandidaten gäbe, die bereit wären, die niedrige Schwelle ins Dschungelcamp zu übertreten. Aber jene 30 Millionen Euro, die RTL dieses laut Insiderinfo kosten dürfte, kann kein heimischer Sender stemmen. Der ORF ist überdies gut beraten, die Finger von derlei verrufener Unterhaltung zu lassen. Der Aufschrei jener, die den Bildungsauftrag einfordern, käme wie die Made auf Campingtisch.

Frage: Und wer wird Dschungelkönig 2017?

Antwort: Redaktionsintern kursieren gleich zwei Favoriten: Immobilienmaklerin Hanka Rackwitz und "Mallorca"-Jens Büchner. Prost, Mahlzeit. (ae, prie, 12.1.2017)

  • Die Kandidaten oben vlnr: Markus Majowski, Nicole Mieth, Jens Büchner, Hanka Rackwitz, Florian Wess, Gina-Lisa Lohfink. Unten vlnr: Marc Terenzi, Kader Loth, Thomas Häßler, Fräulein Menke, Alexander Kühn, Sarah Joelle Jahnel.
    foto: rtl / ruprecht stempell

    Die Kandidaten oben vlnr: Markus Majowski, Nicole Mieth, Jens Büchner, Hanka Rackwitz, Florian Wess, Gina-Lisa Lohfink. Unten vlnr: Marc Terenzi, Kader Loth, Thomas Häßler, Fräulein Menke, Alexander Kühn, Sarah Joelle Jahnel.

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